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Jeschurun · 1917-09-01 · Heft 9-10 (September 1917) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 9-10 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Sittenreinheit. 461 Dieser Satz scheint tms auch das Problem tiefer zu erfassen als der andere ebenso bekannte: אם פגע בך מגורל זה משכהו ״ לבית המדרשWenn dich jenes Scheusal trifft, dann schleife es ins Lehrhaus״. Der letzte setzt jedenfalls den ersten voraus. Er verlangt schon den Grad der Vollkommenheit, daß man mit dem Jezer hora aus eigener Kraft fertig wird, daß man’s soweit bringt, ihn ins Lehrhaus zu zerren. Aber in Wahrheit ergänzen sie beide einander.!Nur wer im Lehrhaus sein Heim sieht, der weiß eine Stätte, wo er mit dem Jezer hora fertig wird. Und alle geistige Arbeit und sei es auch das ״Lernen״ schützt nicht davor, daß ״das Scheusal״ nicht einmal draußen einen trifft und man den Kampf mit ihm aufnehmen muß. Also soll wieder das Lernen als Universalmittel angepriesen werden? Nun man nenne uns irgend eine andere ״Arbeit״, die den geschilderten Dienst in gleicher Weise leisten könnte. Die Pädagogen empfehlen als Ablenkung so mancherlei. Denn sie erkennen mit Hecht, daß die Berufsarbeit für diesen Zweck keine Bedeutung gewinnen kann. Gerade die angestrengteste erfordert eine Entspannung, die dann zumeist in den seichtesten ja niedrigsten Amüsements sich entlädt. So wird diese Art der Ablenkung gerade zum Einfallstor für den Feind. Dem körperlichen Arbeiter wird eine geistige Beschäftigung empfohlen, dem Kaufmann und Beamten eine wissenschaftliche Beschäftigung, dem geistigen Arbeiter eine sportliche Betätigung und was es sonst noch an Vorschlägen gibt. Wer unter uns die Jünglinge mit Feuer habe ״lernen״ sehen und hören, empfindet nicht, daß das alles kümmerliche Surrogate sind gegenüber jenem סם תם dem schlichten und doch vollkommenen Mittel des ״Lernens״. Nur freilich muß das ,Lernen״ auch eine Erholung sein, eine Beschäftigung, an die der Jüngling, wenn er von seiner Berufsarbeit kommt, mit Lust und Liebe herangeht. Diese Lust und Liebe kann ja ihre Kraft aus dem religiösen Pflichtgefühl schöpfen, das in dem Thorastudium die größte Mizwa sieht. Wer aber sich mit den Elementen des Thorastudiums herumschlagen muß, wer immer über Steine stolpert, der wird, 31

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