Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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424 Professor Kittels Gbergutacliteii 2-1,10)? Die Vorstellung wirkt grotesk, daß Gott, der absolut Heilige und Hasser der Sünde, den David zu etwas reizte, das ihm mißfiel und die Ursache seines Zornes wurde. Aber warum betätigte er seinen Zorn gegen Israel nicht so, daß er das Volk direkt strafte, sondern daß er erst eine Sünde David?s nötig hatte? Diese Fragen finden ihre Erklärung und der von Prof, angegriffene Jv. seine Rechtfertigung, wenn wir die Geschichte näher betrachten. David stand auf der Höhe seiner Macht; er herrschte über ein großes Reich vom Euphrat bis Ägypten. Seine Feldzüge waren beendet, seine Feinde geworfen, sein Name überall gefürchtet. Da ließ er das Volk zählen. An dem Werkzeug, dessen er sich dazu bedient, wird seine Absicht klar: er stellt nämlich Joab und die Kriegsobersten dazu an, während früher, unter Mose, die Priester und Leviten die Volkszählung vornahmen und alles in friedlicher Absicht ging. Einen untheokratischen Zweck hat er also im Auge, den selbst ein Joab erkennt und richtet. Die theokratischen Kriege waren zu Ende, Friedenszeit war gekommen. Wozu nun alles kriegerisch organisieren? Will David sein Vertrauen auf sein Heer setzen, während er bisher dem HErrn vertraut und ihn gefragt hat, ob und wann er in den Kampf ziehen soll? Will er ein Weltmonarch werden, während doch Israel kein Weltvolk sein soll? An Davids Hochmut anknüpfend reizt Gott ihn zur Volkszählung, nicht den gottesfürchtigen David, sondern den hoffärtigen. Die im Innern versteckte Krankheit soll an die Oberfläche herausgetrieben werden, ans Licht treten. Dadurch kann der Sünder am ersten zur Erkenntnis der Sünde kommen. Zur Sünde reizt Gott nur den, in welchem diese bereits Posto gefaßt hat. Seine gnädige Absicht ist Heilung von der Sünde. Und diese wird erreicht. Wie David, der auf die Menge seines Volkes rechnete, Tausende durch die Pest fallen sieht, war sein Hochmut gebrochen, seine Erziehung vollendet. Es ist der gleiche Fall wie in dem oben (S. 420) betrachteten Beispiel eines Frommen, den Gott zu seiner eigenen Rettung und Heilung von einem bösen inneren Schaden blendete, damit er