Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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4 23 Professor Kittels Obergntachten. und Opfern begonnen werden. Das verborgene wie offenbare Unreine mußte zuerst gesühnt werden, damit die Götter gnädig und so das Vornehmen geweiht und geschützt sei. ״Ich sehe, daß ihr in jeder Hinsicht gar sehr gottesfiirchtig seid,4‘ sagt Paulus in seiner Predigt zu den Athenern (Ap. Gesch. 17,22). Es entsprechen also diese antiken Sühnungen dem *פי:" bei den Juden, und gemeinsam ist die Vorstellung von der Not- Wendigkeit einer ״Deckung44 im Verkehr mit der Gottheit, um sich gegen ihre Ungnade zu schützen. Gänzlich fern lag dem Altertum die Anschauung, als ob eine Volkszählung an sich eine Versuchung der Gottheit wäre. Hat aber Prof. K. lediglieh aus der Erzählung 2. Sam. 24 diesen Schluß gezogen, so könnte das nur als eine sehr kühne Annahme bezeichnet werden. In seinem ״Mosaischen Hecht44 III, 198 weiß Joh. Dav. Michaelis von ״ununterrichteten44 christlichen Geistlichen zu berichten, die sich einbildeten, daß auf Grund der (von ihnen nicht verstandenen) Geschichte Davids eine Volkszählung gegen die Heligion verstoße. Er fügt hinzu: ״Die Eeligion hat so wenig dagegen, daß Gott in dem einzigen Staat, dem er bürgerliehe Gesetze gibt, es als bekannt annimmt, das Volk werde und solle gezählt werden.44 Nicht also irgendwelche Vorstellung von der Unrechtmäßigkeit einer Volkszählung an sich bewog den Erzähler die von David veranstaltete für eine Sünde zu halten und zwar für eine so große, daß er zu ihrer Erklärung einen feindseligen Akt Jv.7s sich ausdachte, der dem König schon lange wegen einer anderen unbekannten Sache zürnte und ihn jetzt noch zu einer besonders schweren Sünde reizen wollte, um ihn strafen zu können. Solche Torheit und greuliche Vorstellung von Gottes "Walten hat der Erzähler sicherlich nicht gehabt. Was war es, das Gott an der Volkszählung David’s mißfiel? und weshalb schlug diesem das Gewissen, als sie beendet war, so daß er, noch bevor der Prophet zu ihm kam, Gott dem HErrn sein Herz im Gebet ausschüttete: ״Ich habe sehr gefehlt, daß ich das getan, und nun, HErr, nimm doch hinweg die Schuld deines Knechtes, denn ich war sehr betört44 (2. Sam.