Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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418 Professor Kittels Obergutachten. vult, dementat prius“) möchte Prof. K. auf S. 33 und 57 zu einem heidnischen stempeln, der sich mit einer ״geläuterten Gotteserkenntnis״ nicht vertrage. Weil er nun auch im A. T. an etlichen Stellen einer ähnlichen Anschauung begegnet, ist ihm klar, daß auch hier die ungeläuterte antike Gotteserkennt־ nis ihren Ausdruck gefunden habe und daß hier nicht heiliger, sondern heidnischer Geist durch Menschenmund geredet hat. Nun ist aber bekannt, daß auch die antike Völkerwelt, obwohl Gott sie ״ihre eigenen Wege gehen ließ“ (Ap. Gesch. 14,16), dennoch vom Geist der Offenbarung nicht gänzlich verlassen war. Inmitten der antiken Heidenwelt sehen wir da und dort Lichtstrahlen göttlicher Weisheit, vom Geist Gottes inspirierte Worte, wie denn der Apostel Paulus, als er in Athen predigte, an solch einen heidnischen Satz anknüpfte und sich zu ihm bekannte (Ap. Gesch. 17,28). Längst besitzen wir von Christen veranstaltete Sammlungen solcher in heidnischem Erdreich gewachsenen Blumen einer reineren Gotteserkenntnis, vgl. z. B. Schneiders Buch: ״Christliche Klänge [richtiger: biblische Klänge] aus den griechischen und römischen Klassikern“ (Gotha 1865). Das griechische Original, aus welchem sich der lateinische Satz ״Quem deus vult perdere, eum dementat״ herausgebiidet hat, findet sich in Lykurgs Bede gegen Leokrates. Wir geben zu genauerem Verständnis die ganze Stelle in Übersetzung. Der Bedner sagt dort (§ 92): ״Nichts tun die Götter früher als das Denken der Bösen betören; und es scheinen mir etliche der alten Dichter just wie Verfasser von Orakelsprüchen folgende Verse der Nachwelt hinterlassen zu haben: ״Wenn der Zorn der Götter jemand schädigt, nimmt er ihm in erster Linie den gesunden Verstand weg und lenkt ihn auf die Bahn schlechterer Einsicht, auf daß er von den Fehltritten nichts merke, die er macht.“ “ Es ist klar, daß hier nicht von dem bekannten Neid der Götter gegen schuldlose Glückliche oder von willkürlichem Betören auch des Unschuldigen zur Sünde oder von anderen ״unheiligen“ und ״unsittlichen“ Motiven, die wir aus der homerischen wie nachhomerischen Theologie des