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Jeschurun · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · page 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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Professor Kittels Obergutachten. 4*7 tum möglich ist, welchen David draußen im heidnischen Land entbehren muß. Nicht den Glauben an Jv.7s Macht auch im heidnischen Land, nicht das Gebet zu ihm auch in heidnischer Umgehung muß David draußen entbehren, wohl aber die Opfer und den gesamten Kultus des wahren Gottes. Das ist der eine Schmerz. Und der andere ist, daß er trotz allem inneren Abscheu vor heidnischem Kultus doch durch die Verhältnisse genötigt sein wird, sich nicht .ganz von ihm auszuschließen״ daß er — aber nur äußerlich! — sich wird verunreinigen müssen durch mancherlei staatlich vorgeschriebene und gesell• schaffclich schwer zu umgehende Teilnahme an heidnischem Wesen. Vor diesem Gedanken hat er ein Grauen. Ob die Feinde Davids die Vorstellung hatten, daß es eine Grenzscheide gebe zwischen dem Gebiet Jv.’s und dem des heidnischen Nachbargottes, wie Prof. K. meint, entzieht sich der Untersuchung. Falls aber ״viele“ in Israel — es ist das wieder eine unbewiesene Behauptung — an ein abge־ stecktes Herrschaftsgebiet Jv.7s glaubten, so wäre diese heid• nische Vorstellungsweise nichts spezifisch Frühisraelitisches ge־ wesen, denn an heidnischem Wesen krankte das Volk bis zum Exil fortwährend. Mit demselben Rechte könnte Prof. K. -von einer vorlutherischen ״Volksreligion״ sprechen, die doch nichts anderes war als eine Entartung der apostolischen Religion, wie sie in allen Schichten der Kirchengeschichte auffcritt und wie sie bis ans Ende der Tage in wechselnden Ideen, die zum Teil schlimmerer Art sind als jene angebliche Beschränktheit der Macht Jv.’s, bleiben wird. Sind nun die beiden Beweisstellen des Herrn Prof. K. — und er hat sich jedenfalls die kräftigsten herausgesucht — wirklich ״genügend“? VI. Quem deus vult perdere, eum dementat (Kittel 33. 57). Diesen so in keinem Autor der antiken Literatur stehenden Satz in barbarischem Latein (in Büchmann7s ״Geflügelten Worten״ S. 259 korrekter so lautend: ״Quos Deus perdere 28

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