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Jeschurun · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · page 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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4*5 Professor Kittels Obergutachten. seil. wie?s mit seiner Macht bestellt ist, könntest du aus der Geschichte wissen; ״was aber Jv. uns zum Besitz gibt, das nehmen wir in Besitz־׳‘, seil, wie beschaffen Jv.s Macht ist, hab ich dir soeben an Sichons Niederlage gezeigt. So sind denn also diese Worte Jeftas, aus denen Prof. Kittel dessen Glauben an die ftealität der Macht des Kamosch innerhalb seines Gebietes und an die Beschränktheit der Macht Jv.’s auf das israelitische Gebiet entnehmen zu müssen glaubte, in Wahrheit ein Zeugnis Jeftas für Jv/s auch über Israels Grenzen hinausreichende Macht. So viel über das eine ״genügende“ Beispiel1). Nicht besser steht7 s mit dem anderen (1. Sam. 26,19): ״Tun es aber ג) Nachträglich kommt uns die Schrift von Ptabb. Dr. S. Kaatz ,,Das Wesen des prophetischen Judentums“ (Berlin 1907) zu Gesicht. Hier wird die obige Jefta-Geschichte folgendermaßen erklärt: Jefta sagt zum König der Ammoniter: ״Nun denn, was Kamosch, dein Gott, dir in Besitz gab, das sollst du in Besitz behalten. Aber was der Herr, unser Gott, uns in Besitz gab, das wollen wir in Besitz behalten.“ hls ist, wie ich glaube, durchaus unnötig, diese Worte ironisch aufzufassen, um die Anschauung eines beschränkten, nationalen Gottesglaubens daraus zu beseitigen. Es scheint mir keine Spur von Ironie in ihnen zu liegen, sondern sie sind der ernste Ausdruck eines von seinem Rechte überzeugten Mannes, der einen andern mit allen gütlichen Mitteln vom Unrecht abzuhalten sucht und an seine religiöse Überzeugung appelliert, um ihn zum Bewußtsein seines Unrechts zu bringen. Ein religiöser Disputator hätte freilich anders gesprochen, aber Jefta wollte nicht über religiöse Themata disputieren, sondern er hatte eine viel ernstere Sache vor: er wollte unnützes Blutvergießen vermeiden. — Seine Worte sind ebensowenig ein Zugeständnis an die Göttlichkeit des Kamosch, als es die Worte des Jesaja sind, der in seiner Prophezeiung über Moab sagt: ״Und es wird geschehen, wenn sich zeigen und abmühen wird Moab auf der Opferhöhe und zu seinem Heiligtum kommt, um zu beten, so wird es nichts vermögen“ (Jes. 16,2). Oder so wenig es ein Zugeständnis an heidnischen Aberglauben ist, wenn Jesaja in seiner Prophezeiung über Babel sagt: ״Verwaisung und Witwenschaft, in vollem Maße kommen sie über dich trotz der Menge deiner Zauber Sprüche, trotz der großen Kraft deiner Beschwörungen .... Und es kommt über dich Unglück, daß du nicht wegzuzaubem verstehst, und es fällt über dich Verderben, das du nicht zu sühnen vermagst“ (Jes. 47,9. 11).

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