Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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4J4 Professor Kittels Obergutachten. dem Kamosch, dem ,.Greuel der Moabiter“, wie ihn der Yf. des Königsbuchs qualifiziert (I. Kön. 11,7). ״Es richte Jv., der Richter, heute zwischen den Kindern Israel und den Kindern Ammon“, spricht Jefta zum A mmoniterkönig V. 27. Und noch deutlicher und schlagender ist JVs tatsächliche Erwiderung zu Jeftas Bekenntnis zu seinem Namen: ״Da kam über Jefta der Geist Jv.7s“ (V. 29), so daß er in Kraft dieses von Jv. ihm geschenkten Geistes den König Ammons überwältigen konnte. Mit keiner Silbe ist auch nur angedeutet, daß Jefta den Kamosch als wirklichen Gott angesehen und ihn an die Seite Jv.’s gestellt hätte. Daher sagt mit vollem Recht der alte ehrliche Joh. Dav. Michaelis in seiner Anmerkung zu unserm Yers: ״Ob übrigens Jefta den Kamosch wirklich für einen Gott gehalten hat, kann ich nicht sagen. Aus seinen Worten folgt es nicht schlechterdings, denn sie können auch so verstanden werden: Wenn Kamosch. den du für einen Gott hältst, wirklich Gott ist und dir Siege verleihen kann, so behalte, was er dir erobern hilft.“ Für Prof. Kittel aber folgt das, was Michaelis noch für unsicher hält, aus Jeftas Worten schlechterdings und er unterläßt jeden Versuch, dessen Monotheismus zu retten. Wie Jefta über den Kamosch denkt, erhellt deutlich aus seinem Hinweis auf Sichon, den König der Amoriter, welchen, wie er V. 21 sagt, Jv. in die Hand Israels gab. so daß Israel das ganze Land der Amoriter einnahm. Im Hintergrund dieser, wie man sieht, dem Jefta wohlbekannten Geschichte steht aber die ohne Frage ihm nicht minder wohlbekannte Geschichte von der Bezwingung Moabs durch eben diese Amoriter, deren Dichter dann den Sieg über den ohnmächtigen Kamosch in folgenden Versen feierten: ״Wehe dir, Moab! Du bist verloren, Volk des Kamosch“ (Num. 21,29). Und zum zweiten Mal offenbarte dieser Kamosch seine Ohnmacht, als Israel kam und dem Amoriterkönig Sichon die von ihm eroberten moabitischen Gebietsteile abnahm. Jefta hielt dem Ammoniterkönig diese Ohnmacht des Kamosch nicht mit dürren Worten vor, wohl aber meint er es spöttisch: ״Was dein Gott Kamosch dir zum Besitze gibt, das nimmst du in Besitz,“