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Jeschurun · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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Zur Bewertung des Arztes u. d. Medizin i. d. jüd. Auffassung. dargetan, stellen doch die Krankheiten ein sittliches Erziehungsmittel der göttlichen Waltung für den Menschen dar, er soll durch körperliche Leiden geläutert werden. Nachdem aber einmal das Gesetz diese Ermächtigung ausgesprochen hat, wird sie für beide Teile, sowohl für den Kranken wie für den Arzt, zur religiösen Pflicht. Am klarsten kommt diese Anschauung im Zusammenhang zum Ausdruck im קיצור ש׳ע den wir daher hier zitieren möchten ['״ : [סי/ קצ׳ב סע' ג' ודDie Thora hat dem Arzt die Erlaubnis gegeben, daß er heilen darf, denn es heißt: Und er soll ihn heilen lassen. Deshalb darf sich der Kranke nicht auf ein Wunder verlassen, sondern er ist verpflichtet, dem Brauche der Welt zu folgen und den Arzt rufen zu lassen, daß er ihn heile. Wie viele Fromme der Welt sind nicht schon durch die Arzte geheilt worden! Wer sich davon zurück־ hält, den Arzt hinzuzuziehen, handelt in zweierlei Hinsicht schlecht: Einmal ist es verboten, sich auf ein Wunder zu verlassen, wenn es sich um Lebensgefahr handelt, und dies wird gerade dazu führen, daß man zur Zeit seiner Krankheit seiner Sünden gedenkt. Ferner ist es eine besondere Anmaßung, wenn sich jemand auf seinen gerechten Wandel verläßt, sodaß er durch ein Wunder geheilt werden könnte. Man soll den erfahrensten Arzt rufen lassen. Bei alledem aber richte man sein Gemüt gen Himmel und erflehe Erbarmen von Gott, dem zuverlässigen Arzte, auf Ihn allein setze man sein Vertrauen! Es ist religiöse Pflicht für den erprobten Arzt zu heilen, dies gehört zu den Vorschriften, bei denen es sich um Lebensgefahr handelt. Wenn er sich dessen weigert, so vergießt er Blut [שופך רמים], auch wenn der Kranke noch einen andern Arzt hat; denn nicht von jedem Menschen ist es für jenen bestimmt, geheilt zu werden. Vielleicht ist es gerade vom Himmel gefügt, daß er durch ihn geheilt werden soll. Er soll sich aber nur dann mit der Ausübung der Heilkunde befassen, wenn er Erfahrung darin besitzt und kein größerer als er da ist. Denn wenn dies nicht der Fall ist, macht er sich Blutvergießens schuldig“. Es wird also aus den beiden Gesichtspunkten heraus, אין סימכין על הגס daßman sich nicht auf ein Wunder

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