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Jeschurun · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · page 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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Zur Bewertung des Arztes 11. d. Medizin i. d. jüd. Auffassung. 395 sein ganzes Vertrauen lediglich auf menschliche Hülfe setzte. Der bekannte Ausspruch am Ende des Miscknatraktates Kidduschin: Der beste Arzt gehört in die Hölle, wird von Raschi dahin erklärt, daß gerade ein tüchtiger Arzt und ein Meister seiner Kunst den Kranken am wenigsten dazu bringen werde, sein eigenes Selbst zu prüfen und sich vor Gott zu demütigen. Rab Acha bemerkt im Talmud Berachot 60 a, die Menschen sollten eigentlich garnichts mit der Heilkunde zu tun haben,, sie hätten sich das Heilen der Krankheiten nur angewöhnt. Er bringt also auch der Medizin kein besonderes Vertrauen entgegen. Es wird ihm aber sofort von Abaje mit dem eingangs erwähnten Bibelvers erwidert, der ja ausdrücklich die Erlaubnis zur Heilung der Krankheiten enthalte. Daß eine solche Ermächtigung erforderlich ist, dürfte aus unseren obigen Ausführungen über die Bedeutung der Krankheiten im ethisch-religiösen Sinne ohne weiteres verständlich sein. Trotzdem ist die Auffassung des Satzes ורפא ירפא bei den verschiedenen Erklärern keine einheitliche. Besonders merkwürdig ist folgende Stelle im Ramban zu 3. Buch Mose, Kap. 26. V.11: . . . Solange die Kinder Israels vollkommen sind und fruchtbar, werden ihre Angelegenheiten überhaupt nicht dem Naturgesetze unterworfen sein, weder in Bezug auf ihren Körper noch auf ihr Land, weder hinsichtlich der Gesamtheit noch des einzelnen. Denn Gott wird ihr Brot und ihr Wasser segnen und wird Krankheit aus ihrer Mitte fernhalten, sodaß sie des Arztes garnicht bedürfen und sich überhaupt nicht mit der Heilkunde abzugeben brauchen, wie es auch heißt: Denn Ich, Gott, bin Dein Arzt! So haben es auch die Frommen zu Zeiten der Propheten gehalten. Auch wenn sie die Sünde traf, daß sie krank wurden, suchten sie nicht die Arzte auf, sondern nur die Propheten. So war es auch der Fall bei Asa und Hiskia, als dieser krank wurde. Der Vers sagt (vergl. oben): Und auch während seiner Krankheit suchte er nicht Gott, sondern die Arzte. Wenn die Arzte bei ihm etwas zu tun gehabt hätten, warum sollte ihrer nicht erwähnt werden? Die Verfehlung liegt eben nur darin, daß er Gott nicht suchte-

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