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Jeschurun · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · page 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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394 Zur Bewertung des Arztes 11. d. Medizin i. d. jnd. Auffassung. Zur Bewertung des Rrztes und der Medizin in der jüdischen Ruffassung, Von Dr. med. Willy Hofmann, Berlin. Im 2. Buch Mose, Kap. 21, V. 19 heißt es bei Besprechung der Körperverletzungen: Wenn er (d. h. der Geschlagene) aufsteht und auf seiner früheren Stütze nach außen gehen kann, so ist der Schläger frei; nur sein Versäumnis muß er ihm ersetzen, und er soll ihn heilen lassen. Der Talmud (baba kama folio 85 a) entnimmt aus dieser Verpflichtung des Schlägers zur Erstattung der Kurkosten an den Geschädigten zugleich auch die gesetzliche Ermächtigung für den Arzt zur Heilung von Krankheiten überhaupt. Tosafoth wirft hierbei die Frage auf. weshalb denn der Doppelausdruck ירפא ירפא gebraucht wird, die eben genannten Schlußfolgerungen hätte man auch ziehen können, wenn nur ein Wort des Heilens gestanden hätte. Die Antwort lautet folgendermaßen: Man hätte annehmen sollen, die Ermächtigung des Gesetzes bezieht sich nur auf Krankheiten, die durch den Menschen herbeigeführt sind (z. B. eine Verwundung), hingegen die Heilung einer Krankheit, die durch himmlische Fügung, also von selbst, entsteht, sei verboten, da es den Anschein hat, als lehne man ,sich gegen die Waltung des himmlischen Königs auf. Deshalb steht der Doppelausdruck ורפא ירפא, um uns zu sagen, daß es auch bei diesen Krankheiten gestattet ist, sich heilen zu lassen. Nach der jüdischen Anschauung sind die Krankheiten ein Mittel in der Hand Gottes zur Erziehung und Besserung des Menschen, wie alle Leiden und Prüfungen, die ihn auf seinem Lebenswege treffen. Daher auch die Vorschrift, daß jeder, der krank wird, vor allem seinen Lebenswandel prüfen und — falls er Verfehlungen findet — reuige Rückkehr zu Gott geloben soll. Von König Asa heißt es (II. Chron., Kap. 16, V. 12): Und Asa erkrankte im 39. Jahre seiner Regierung an den Füßen, bis die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht hatte; aber auch während seiner Krankheit suchte er nicht Gott, sondern nur die Arzte. Es wird ihm somit zum Vorwurf gemacht, daß er

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