Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. 35* Es ist noch ein anderer Grund, der mir Bedenken einflößt, und dieser allein hat mich auch vor allem dazu veranlaßt, mich zu dem Thema, das sonst wahrlich schon oft genug ventiliert ist, zu äußern. Das so ganz, ganz westeuropäisch gerichtete Fühlen des Verfassers inbezug auf das Beten unserer Kinder in der heiligen Sprache, daß ihm doch offenbar nicht so recht zum Bewußtsein kommt, was er den Eltern und dem jüdischen Hause nimmt, wenn das seit Jahrtausenden im Lallen der Kinderlippen מפי עוללים ויונקים ertönende שמע und die anderen Gebetstücke in den ersten Schuljahren verstummen sollen. Und bangen Herzens steht man vor der tiefen Kluft, die sich zwischen West und Ost hier auffcut. Als in Polen bald nach der Besetzung der Versuch gemacht werden sollte, von den dazu Berufenen die chassidiscben Chedarim nur ein ganz klein wenig zu reformieren und die uns selbstverständliehe phonetische Methode einzuführen statt des sinnlosen und ungeheuer erschwerenden Komez Ollef — O, Komez Beiss Bo, Gimmel Ollef Go usw., da setzte ein starker Widerstand ein seitens der Bebbes (ich weiß nicht, ob diese in der Zwischenzeit sich eines Besseren besonnen haben). Das verstünden wir nicht, aut צרוף אותיות könne nicht verzichtet werden. Man darf hoffen, allmählich auch die dortigen Intransigenten zur Einsicht zu bringen, daß noch so sehr eingewurzelte, verhältnismäßig junge mystische Vorstellungen es nicht rechtfertigen, mit der Zeit und der Geisteskraft der Kinder Versch Wendung zu treiben. Aber wie sollen wir auf sie wirken können, wenn wir durch Vorschläge, wie die des geschätzten Verfassers zeigen, daß wir für die uralte Tradition des Betens der kleinen Kinder in der heiligen Sprache so wenig übrig haben. Wie kann man diese wiederum echt westeuropäische Entartung, daß das nichtjüdische Kinderfräulein dem Kinde das שמע vorsagt, hier nur heranzieher! Wo es geschieht, und die Fälle werden doch immer sehr vereinzelt sein, da hat die Mutter wahrscheinlich, statt am Bette ihres Kindes zu weilen, sehr viele ״gesellschaftliche Verpflichtungen״, und da ist der wahre altjüdische Geist längst aus dem Hause geflohen. Wer