Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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349 Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. winden. Hier kann kein Schulunterricht zum Vergleich herangezogen werden. Irreführend ist auch der Satz des Verfassers (S. 258) ״Würdn nicht umgekehrt ein Schüler, der hebräisch sprechen und schreiben kann, mit Leichtigkeit auch sich in Mischna und Talmud zurechtfinden? Er würde sich zurechtfinden, ob mit Leichtigkeit, ist noch die Frage. Aber müßte er nicht viele Jahre lang ,,lernen“, um die Hauptbegriffe kennen zu lernen? Und hat, um nicht von Gemoroh zu reden, einer der hebräisch sprechen und schreiben kann, auch nur die geringste Kenntnis des “pH, müßte der Lehrer nicht ebenso für ein einziges Prophetenbuch ein ganzes Unterrichtsjahr, wenn nicht mehr zur Verfügung stellen? Es sind nun einmal trotz aller Versuche, die in modernen Lehrbüchern gemacht werden, die beiden disparaten Dinge miteinander zu verbinden, wohl zwei verschiedene Welten. Die Sprache, die dem Bedürfnis der täglichen Verständigung dient, und die Sprache der Propheten,, Sänger und Weisen. Und wie dem sprachgewandten Oberkellner die Geisteswelt der fremden Sprachen ein Buch mit sieben Siegefn ist, so auch dem westeuropäischen Jüngling der hebräisch sprechen und schreiben gelernt und nicht dabei viel, recht viel Zeit dem חנ״ך gewidmet hat. Das Ergebnis unserer Erörterungen: Ich bezweifle nach meinen Erfahrungen durchaus den Erfolg des für die Unterstufe vorgeschlagenen grammatischen Unterrichts, wenn er über die bisher angewandten, beim Übersetzungsunterricht eingeflochtenen Übungen hinausgeht. Ich kann hinzufügen, daß abgesehen von unserem Lehrerkollegium und seinem seit vielen Jahrzehnten bewährten Leiter, Herrn Dr. Meier Hildesheimer auch eine in Sachen des Ubersetzungsunterrichts so kompetente Persönlichkeit, wie der Herausgeber des Gebetbuches Dr. J. Bleiehroder der ein ganzes Menschenalter die mannigfachsten Versuche an einem reichen Schülermaterial der Großgemeinde Berlin erprobt hat, und mit dem ich diese Fragen oft durchgesprochen habe, ganz der gleichen Meinung ist. Will der gesch. Vf. nur diese Übungen mehr metho-