Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. 345 fach, weil er sehr lange suchen kann, bis er auf eine regetmäßige Form stößt, denn gerade die -Verben, die am häufigsten Vorkommen, sind unregelmäßige Verba. Und nun gar das Wesen der Konjugationen im Hebräischen einem grammatisch völlig ungeschulten Kopf beibringen, sie ihm nicht bloß einpauken, das gelingt natürlich immer, wenn man genügend Zeit und Mühe darauf verwendet, sondern sie ihm so zu eigen zu machen, daß er selbständig die Formen erkennt und den Stamm auch in den mannigfachen Variationen wiederfindet, die sich in den Zusammensetzungen mit den Suffixen und Pronomina und der Kombination mit dem waw conversivum ergeben, das erscheint nach den Erfahrungen, die wir mit den jüngeren Jahrgängen gemacht haben, unmöglich. Und im Übrigen: Hier versagen nicht nur die Gemeindeschüler, sondern auch die Schüler der höheren Lehranstalten. Das Hebräische ist nach seinem grammatischen Bau so völlig anders gestaltet als die modernen, selbst die antiken auf fdem> humanistischen Gymnasium gelehrten Sprachen, daß die grammatische Schulung, die sie hier erfahren, sie durchaus nicht ohne Weiteres befähigt, auch in die hebräische Grammatik mit Verständnis einzudringen. Und dann, es ist ja gar nicht wahr, daß es mit dem grammatischen Verständnis eines IS bis 14 jährigen Jungen, etwa eines Untertertianers auch in den anderen Sprachen so weit her ist. Ein vielstündiger, intensiver Unterricht, verbunden mit lang ausgedehnten Haus!- arbeiten setzt ihn in den Stand, auf die immer und immer wieder eingepaukten Regeln richtig zu reagieren. Auch die Lektüre ist ja darauf eingerichtet, daß durch die mannigfachsten Hilfsmittel der Schüler einer bestimmten Klasse zurecht kommen kann. Man stelle ihn vor einen beliebigen Text, er wird ebensowenig damit zu Stande kommen, <wle er den schlichtesten Brief aus dem Deutschen in eine fremde Sprache übersetzen könnte. Ganz anders stellt sich das Bild dar, wenn in den höheren Klassen einerseits durch das Ausscheiden der Gemeindeschüler das Schülermaterial einen mehr homogenen Charakter