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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Die Juden, in Rußland und Polen. 34* Die Erfolge der Juden reichten aus, ihre verborgene Gegnerschaft zu offener Feindschaft aufzupeitschen. Denn mit all ihrer deutschen Sparsamkeit und Betriebsamkeit, die sie den Polen so überlegen machte, waren sie den Juden in keiner Weise gewachsen. Man braucht nur an den Typus des mittelalterlichen deutschen Kramhändlers zu denken, wie er in der Erzählung von Charles Reade ״The Cloister and the Hearth“ so meisterhaft gezeichnet wird, der während seines Mittagsschläfchens so vollständig an sein Geschäft vergaß, daß die Kundin in ihrer Verzweiflung ״mit der Spitze ihres kleinen Schuhes den Schläfer unsanft bearbeitete und ihn damit wie mit einem Schraubenzieher rundherum! anbohrte“ um sich 'lebhaft vorstellen zu können, daß er, in seinem Adoptivvaterlande gegen die Beweglichkeit und den Scharfsinn des Juden noch viel!weniger aufkommen konnte. Zudem waren die Juden durch ihre Beziehungen zu ihren Glaubensgenossen in anderen Ländern und durch ihre Anpasr sungsfähigkeit, die sie sich im Laufe der Jahrhunderte erwor־־ ben hatten, besonders erfolgreich in ihrem auswärtigen Handel, indem sie Handelsbeziehungen mit der fernen Krim und der Türkei eben so gut wie mit dem nahen Deutschland und anderen Ländern Westeuropas anbahnten und fast ausschließ־ lieh allein ausnutzten. Schließlich war der Jude mehr als seine christlichen Mitbürger geneigt, die Freuden des Lebens in dem Studium und der Ausübung seiner Religion zu erblicken und daher leichter in Bezug auf die Güter dieser Welt zufrieden zu stellen. Kein Wunder also, daß die Juden gefährliche und erfolgreiche Konkurrenten waren. Der Kampf gegen diese Nebenbuhler nimmt die doppelte Form der offenen Gewalt und der stillschweigenden Zurückdrängung an. Angriffe des Pöbels auf die Juden, gewöhnlich! mit Unterstützung der immer hilfsbereiten Geistlichkeit ins Werk gesetzt, wurden ein beliebtes Kampfmittel in den Groß- Städten. Aber hier hatten es die Bürger mit den Königen zu tun, die gegen diese Art, wirtschaftliche Probleme zu lösen, mit aller Macht vorgingen. So . erschien im Jahre 1455, alsf

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