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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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Die Juden in Bußland und Polen. 339 christlichen Mitbürger einzuziehen, sondern auch der Staatskasse die ungeheuren Summen vorzuschießen, die diese repräsentierten. Die Juden waren ferner häufig als Finanzagenten des Königs und des Hofes angestellt und wurden so in einer Person ,,Geldjuden“ und ״Hof juden‘. Abgesehen von diesen Finanzoperationen waren die Juden darin geschäftig, die natürlichen Quellen Polens zu erschließen. Sie nahmen eine führende «Stellung in der Imdustrie ein, ebensosehr ׳,dadurch, daß sie die Gruben, die Salzbergwerke, die Waldungen des Landes pachteten, als auch dadurch, daß sie die Ländereien der Könige und des Adels verwalteten. Wie weit ihr Einfluß ging, kann &us der Tatsache ermessen werden, daß trotz aller Widersprüche der Geistlichkeit die Synode im Jahre 1643 sich veranlaßt! sehen mußte, einen Beschluß durchzusetzen, der die Bischöfe verdammte, die Juden als Verwalter ihrer Ländereien anstellten. Die Juden, die diesen Tätigkeiten nachgingen, bildeten die oberste Schicht der Judenheit, und ihr Einfluß fand ihre Erfolge mögen durch einige wenige Beispiele beleuchtet werden. Wieschynck, ein jüdischer Kaufmann aus Krakau, aus ׳dem vierzehnten Jahrhundert, überreichte der ,Enkel‘• tochter Kasiriiir des Großen als Hochzeitsgeschenk die Summe von hunderttausend Goldgulden, in gleicher Höhe mit Her Mitgift, die sie von ihrem Großvater erhielt. ‘Abraham, ein Jude aus Böhmen, aus "dem Anfang des sechzehnten Jahr- :hunderts, der vom König von Böhmen und dem deutschen Kaiser an Sigismund I. empfohlen war, pachtete die jüdischen Abgaben für ganz Polen für eine sehr hohe Summe, die er. im Stande war, der Kasse im Voraus zu bezahlen. Sein Zeitgenösse Josko (Joseph) bekleidete unter Alexander Jagello einem König, der sonst den Juden unfreundlich gesinnt war, den Posten eines königlichen Pächters der Zölle und Steuern in nahezu halb Polen. Michael Josefowitsch aus Brest in Litauen, gleichfalls aus dem sechzehnten Jahrhundert, war der Pächter der königlichen Einkünfte in ganz Litauen ühS war zeitweise als Schatzmeister des Großherzogtums tätig und! 23*

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