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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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334 Die Juden in Rußland und Polen. Die Juden in Rußland und Polen. Ein Ausblick aus der Vogelschau auf ihre Geschichte und Kultur. Von Prof. Israel Friedländer-New-York. (Fortsetzung). Die Feindseligkeit der Kirche. Unsere Darlegung der Haltung der polnischen Stände den Juden gegenüber muß mit der Kirche beginnen, nicht nur wegen ihrer Macht über die Seelen der Einzelnen, sonn dern auch auf Grund der Tatsache, daß sie, von kosmopolitischen Einflüssen beherrscht, und daher weniger an dem örtlich beschränkten Ergehen des Landes interessiert und auch infolge ihres unermeßlichen Reichtums von den Juden finanziell weit unabhängiger als der König und die Stände, in ihren Anstrengungen, Juden und Judentum zu vernichten rastlos und ohne Unterbrechung tätig war. Ihr^ Haltung gegen die Juden ist klar in dem Beschluß ausgedrückt, den die Kirchensynode des Jahres 1542 annahm und der lautet: Sintemalen die Kirche die Juden einzig und allein zu dem Zweck duldet, uns an die Leiden des Heilands zu erinnern, so darf ihre Zahl unter keinen Umständen zunehmen. Dieses Evangelium des Hasses, im Namen dessen verkündet, der gebietet, se'ine Feinde zu lieben, wurde Ihre׳ unumstößliche Richtschnur während des ganzen Verlaufes der polnischen Geschichte. Schon im Jahre 1266, zwei Jahre nach der Ver־־ öffentlichung des Freibriefes von Boleslaw und als ein Protest gegen ihn, nahm die Breslauer Synode eine Anzahl strenger Beschränkungen gegen die Juden an unter dem Vorwände, daß sintemalen Polen eine neue Pflanzung auf dem Boden der Christenheit ist, zu befürchten steht, daß seine christliche Bevölkerung leichter dem Einfluß der abergläubischen Lehren und bösen Sitten der in ihrer Mitte lebenden Juden erliegen könnte. Daher verbietet die Synode streng jede Art gesell-

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