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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 44

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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332 Professor Kittels Obergutacliteii. Zum Verständnis des uns auf den ersten Blick befremdliehen Beizens zum Bösen, welches 1. Sam. 26, 19 von Gott ausgesagt wird, ist nötig zu wissen, was das Alte Testament über das Verhältnis der göttlichen Kausalität zum Bösen und Übel lehrt. Ohler sagt hierüber in seiner .,Theologie des A. T.“ 1, 186 folgendes: ״Auch in dem Sündigenden selbst wirkt eine göttliche Kausalität, und dieses für verschiedene Abzweckung. Einen, der sonst in Gottes Wegen wandelt, läßt Gott in Sündo fallen, um ihn zu versuchen, um einen verborgenen Bau in seinem Herzen offenbar zu machen und ein von ihm versehul־ detes Gericht so zum Ausbruch zu bringen und so Gottes Gerechtigkeit ins Licht zu stellen. Hierher gehören Fälle wie 2. Sam. 24 (die Volkszählung), vgl. Stellen wie Ps. 01,6; 2. Chr. 32, 31. An dem andern, der mit Vorsatz Sünde in sich hegt und wissentlich Gott widerstrebt, betätigt sich die göttliche Kausalität in der Dahingabe an die Sünde, vermöge welcher nun das Sündigen für diesen Menschen zur Notwendigkeit wird und er durch das Gericht, dem er verfällt, Gott verherrlichen muß. Dies ist die Verhärtung oder Ver- Stockung des Menschen, von der bereits im Pentateuch so häufig die Bede ist (Exod. 4,21; 7,3; Deut. 2,30 usw.). Der Typus der Verstockung sind besonders Pharao und die kanaanäischen Stämme. . . . Die Voraussetzung aller Verstockung ist aber, daß Gott als der Langmütige ארך אפים das Ausreifen des Bösen abwartet, s. schon Gen 15,16“. David will also zu Saul sagen: Es ist möglich, daß deine Verfolgungsucht gegen mich, der dir nichts zuleide getan, auf einen Zorn Gottes gegen dich zurückgeht, dem du verfallen bist, weil du dich der Sünde so sehr ergeben hast, und welcher beabsichtigt, daß das Maß deiner Sünde voll und du reif für das Gericht wirst. In diesem Fall ist es für dich hohe Zeit, dem Zorn Gottes zu entgehen und ihn zu versöhnen. Ich rate dir also, ein Opfer darzubringen, welches Jv ein süßer Geruch ist oder welches Jv ״riechen‘‘ d. h. mit Wohlgefallen annehmen mag, ein Opfer, mit dem du ihn versöhnen, begüti-

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