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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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330 Professor Kittels Obergutachten. ehen eure Festversammlungen44, wo der Ausdruck ״riechen*1 d. h. ״mit Wohlgefallen riechen44 der Opfersprache entlehnt ist und die Rechtmäßigkeit ihres auch für die prophetische Zeit geltenden Gebrauchs veraussetzt. Kaum ist nötig daran zu erinnern, daß auch das Neue Testament sich dieses Ausdrucks bedient. ,.Christus“ heißt es Eph. 5, 2 ״hat sich selbst dargebracht für uns als Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch44. Nicht das Opfer an sich, will der Apostel sagen, war Gott ein süßer Geruch, sondern der Sinn, mit dem Christus es darbrachte, nämlich seine Bereitwilligkeit, machte es zu einem süßen Geruch. Man vergleiche auch Phil. 4, 18. wo der Apostel die ihm von den Philippern gespendeten freiwilligen Liebesgaben mit den Prädikaten ausgezeichnet: ,,ein süßer Geruch, ein angenehmes Opfer, Gott gefällig44. Eine durchaus einheitliche Auffassung davon, daß es Gott nicht um das Opfer an sich, sondern um Hingabe des Herzens zu tun ist, zieht sich durch die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments; man vgl. 1. Sam. 15,22; Ps. 40,7; 51,18; Spr. 15,8; 21,3. 27; Kohel. 4,17; Jes. 1,11; Jer. 6,20; Hos. 6.6. Selbstverständlich wurde von der großen Masse des Volkes je und je der Opferdienst als opus operatum beobachtet (so schon von Kain), genau wie z. B. in der christlichen Kirche die Sakramente oder in Kirche und Synagoge die Gebets- und andere gottesdienstliche Übungen an dem Schaden der Äußer• liehkeit kranken. Er wäre aber überaus verkehrt, wollte man die der ״Volksrehgion4‘ anhaftende inferiore Auffassung von Gott und Gottesverehrung für ein Gemeingut des ganzen Volkes halten, als ob es Perioden gegeben hätte, in denen der reine Gottesbegriff völlig verschwunden gewesen wäre. Wir sehen immer wieder erleuchtete Geister auftreten, geistige Führer des Volkes auf dem rechten Weg. Prof. K. aber stellt die Hypothese auf, es spuke im Religionsbuch des Volkes Israel die ״Volksreligion‘4 so, daß auch die Erleuchteten wie z. B. ein David davon angesteckt waren, und daß auch die heilige Geschichtsschreibung Züge der ״Volksreligion‘4 aufweise. Wäre es an dem, würden diese Geschichtsbücher sehr mit Un-

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