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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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Professor Kittels Obergu tackten. B 329 kommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ista (Matth. 5, 48). Der Gott, dem hier von Jesus das Prädikat des absolut ״Guten44 und absolut ״Vollkommenen“ gegeben wird, ist, wie auch Prof. K. wohl weiß, nicht ein neuer von Jesu gelehrter Gott, sondern der alttestamentliche Gott Jv, wie er in der Bibel vorliegt, vom ersten Blatt der Bibel an bis zum letzten. Gilt ihm Jesu Urteil über Jv so gar nichts mehr? Und ist einem Professor der Theologie das Wort unbekannt, welches Jesu in einem theologischen Disput zu den Sadduzäern sagte: ״Ihr irret und wisset die Schrift nicht“ (Matth. 22,29)? Doch nur zur Exegese des Prof. K. Es ist eine im A. T. überall herrschende Vorstellung, daß der Genuß, welchen Gott am Opfer hat und welcher mit dem authropomorphischen Ausdruck eines wohlgefälligen ״Riechens44 bezeichnet wird, sich nicht auf das opus operatum des Darbringens an sich bezieht, sondern auf den Inhalt, der sich in der Form des Opfers kundgibt. Die leere Form ohne diesen Inhalt ist Gott ein Greuel. Bereits an Kains und Abels Opfer sehen wir den Unterschied, welchen Gott macht zwischen einem Opfer, das der Ausdruck herzlicher Dankbarkeit oder, wie der Hebräerbrief 11,11 sagt, des ״Glaubens“ ist, und einem solchen Opfer, bei dem die Innerlichkeit der Person fehlt: nur auf Abels Opfer blickte Jv gnädig, während er Kains Opfer den Gnadenblick versagte (Gen. 11). Und wenn es Gen. 8, 21 beim Opfer Noahs heißt: ״Und Jv roch den lieblichen Geruch44, so wäre es eine mehr als oberflächliehe Vorstellung, daß nach Meinung des Erzählers der Fettdampf an sich es war, der Jv wohlgefiel. Sondern der in dem Opfer sich aussprechende Sinn des Noah, seine im Opfer sich kundgebende Dankbarkeit für die Errettung aus dem Flutgerieht war es, was das Opfer zu einem ״süßen Geruch“ machte. Wenn das ״Riechen4 ( Gottes bloß roher Ausdruck einer frühisraelitischen heidnischen Vorstellung gewesen wäre, würden die Propheten diese Rede- und Vorstellungsweise nicht selbst gebraucht, sondern bekämpft haben. Wir lesen aber Arnos 5.21: ״Ich hasse, verwerfe eure Feste und mag nicht rie-

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