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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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;28 Professor Kittels Ob ergntachten. Saul erlaubte ihn zu verfolgen, so lasse man ihn Opfer riechen. Dann kann David hoffen, werde alles wieder gut״. Ohne weiteres kann man von dieser Wiedergabe des Verses im Obergutachten sagen, daß sie sich weder durch Klarheit noch durch Richtigkeit auszeichnet. Nicht einen ״Jemand“ hat Jv gegen David aufgereizt, sondern dich d. h. den Saul. Und nicht ״erlaubt״ hat Jv dem Saul. David zu verfolgen, sondern eben ״aufgereizt״ hat er den Saul dazu. (Die Logik: ״er hat aufgereizt, so daß er erlaubte“, ist unverständlich). Und nicht ein unbestimmter ״man״ soll Jv Opfer riechen lassen, sondern Saul soll es tun; dies ist der Sinn der Worte: ״Jv soll eine (von Saul dargebrachte) Opfergabe riechen״. Der von Prof. K. im Obergutachten so willkürlich und falsch übersetzte Vers soll nun in seinen Schlußworten ״so lasse man ihn Opfer riechen״ nach Prof. K. ein Beweis für sein zu Anfang des Abschnittes über Jv gefälltes Urteil sein, daß derselbe ein sittliches Wesen schlechtweg nicht ist. Das Sittlichgute ist wohl auch [so wagt ein Theologieprofessor über den Allerhöchsten zu urteilen!] in ihm vertreten, aber es macht nicht den Kern seines Charakters aus, es füllt sein Wesen nicht restlos aus“. Dieses unglaubbche Urteil findet Prof. K. in unserem Vers bestätigt. Er sagt: ״Jv fragt hier nicht, wie es scheint, nach Gut und Bös, sondern nach Opferduft und Gaben; dann ist sein Zorn besänftigt“. Wir möchten vermuten, daß die Richter die Redewendung ״wie es scheint״ beanstandet haben. Statt eines sonnenklaren Beleges bringt Prof. K. ein unsicheres ״wie es scheint“. Mit Scheinbeweisen kann man schließlich alles beweisen. Bevor wir nun aber die profane Auffassung der Bibelstelle, welche Prof. K. im Obergutachten vertrat, näher beleuchten, möchten wir ihn, den Christen, fragen, ob sich denn in ihm gar nichts regte, als er sein obiges abfälliges Urteil über den nicht absolut sittlichguten Jv dem Gerichtshöfe vorlegte. ״Niemand ist gut denn der einige Gott“, sagt Jesus Matth. 19.17; und an einer anderen Stelle sagt Jesus: ״Darum sollt ihr voll-

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