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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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Talmudische Misceüen. 325 diese Gewöhnung auch weiterhin zur Sabbatheiligung sich angespornt fühlen und hierdurch des göttlichen Beistandes sich wert erweisen. Weniger ansprechend ist die Erklärung des Rabbi Josia Pintu: Die Worte Rabbi Jochanans seien im Zusammenhänge mit dem vorangehenden Ausspruche Raw’s zu verstehen. Dieser lautet: Hätten die Kinder Israel den allerersten — anläßlich des Manna ihnen befohlenen — Sabbat sorgfältig gehalten, würde keine Nation der Erde Macht und Herrschaft über sie erlangt haben. Daran anschließend bemerkt Rabbi Jochanan: Hielten die Kinder Israel zwei Sabbate nach Vorschrift — und zwar einen als Sühne für die Verletzung jenes ersten Sabbat und den zweiten um die Schuld durch das Verdienst der Sabbatheiligung aufwiegen zu lassen — alsdann käme für sie die Zeit der Hilfe und Rettung. [Eine noch eigenartigere Auffassung findet sieh im Meharscha zum! Traktat Nidda 38 a Schlagwort שלא ]. Einleuchtender dürfte wohl die Annahme sein, daß unter den שתי שבתות״“ der allwöchentliche Sabbat und der Versöhnungstag zu verstehen sei, der ja gleichfalls des öfteren in der Thora als שבת bezeichnet wird. Rabbi Jochanan wollte somit sagen: Hielten die Kinder Israels nicht bloß, was zumeist noch geschieht, den Jom Kippur, sondern auch den allwöchentlichen, opferheischenden Schabbos, würden sie sofort von aller Erdenpein befreit werden. Vielleicht aber liegt folgende Gedankenreihe den Worten Rabbi Jochanans zugrunde. An der gleichen Talmudstelle finden sich nämlich noch zwei andere, den Schab-* bos betreffende Aussprüche desselben Rabbi Jochanan. Es; sind dies die folgenden: בל הכןענג את השבת נותנין לו נהלה בלא מצריב Wer den Sabbat genußreich begeht, dem verleiht man ein Erbe ohne Grenzen. Ferner כל המשמר שבת בהלכתו אפילו עובד עבודת בובבים באנוש מוחליו לו. Wer den Sabbat nach Vorschrift hütet, dem wird, selbst wenn er gleich Enosch den Götzen gedient hätte, alles vergeben. In diesen beiden, einander ergänzenden Äußerungen Rabbi Jochanans ist offen•* sichtlich das charakteristische Doppelwesen des Schabbos ge-

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