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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 29

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Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Probleme der Pentateuchexegese. 317 mit dieser Erwählung Israels zugleich stillschweigend der Befehl verbunden war, den Götzendienst Ägyptens zu verwerfen, welchem Gebote aber Israel nicht gehorchen wollte. Dies ist in der Thora blos in Exod. 6, 13 und Lev. 17, 7 angedeutet1} (vgl. meinen Kommentar zu Lev. I 472). Die Frage aber, wie konnte die Schrift sagen, Gott habe sich den Vätern nicht als JW offenbart, da wir doch auch bei ihnen zweimal finden, daß eine an sie gerichtete Rede Gottes mit 'אני ה beginnt (Gen. 15,7; 28, 13), erledigt sich nach dem eben Bemerkten von selbst. Exod. 6, 3 nimmt nicht Bezug auf alle an die Erzväter ergangenen Gottesoffenbarungen,- sondern nur speziell auf die in Gen. 17 mit Abraham erfolgte Bundesschließung, die gleichzeitig dem Isaak galt (Gen, 17,25) und später dem Jakob erneuert wurde (Gen. 35, 11 f). Zum besseren Verständnis unserer Stelle sei auf ein Analogon in Jeremia 7, 22—23 hingewiesen. Jeremia sagt dort. ״Ich habe nicht gesprochen mit euren Vätern und ihnen nicht befohlen zur Zeit, da ich sie aus Ägypten geführt hatte, wegen Ganz- und Schlachtopfer, sondern dies habe ich ihnen befohlen: Gehorchet meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein“. — Die neuern Kritiker wollen aus diesen Worten folgern, daß Jeremia die priesterliche Opferthora nicht gekannt habe. Allein dann müßte dieser Prophet־ auch das Deuteronomium nicht gekannt haben, denn auch in diesem Buche wird oft genug die Darbringung von Opfern an der auserwählten Stätte anbefohlen (Deut. 12, 11; 27; 16. 16; 27, 5 ff.), welche Annahme doch schon wegen Jerem. 11, 2 ff. unmöglich ist• Allein in Jer. 7,22 f. wird, wie aus dem Wortlaut zu ersehen, nur speziell vom ersten Befehle Gottes am Berge Sinai (Exod. 19,4—6)gesprochen, wo Gott als Vorbedingung der Erwählung Israels nicht Opfer, sondern nur Gehorsam gegen ג) Treffend bemerkt der Midrasch (Lev. r. 7) hierüber: ״Alle Vergehungen deckt die Liebe zu (Spr. 10,12)“. Die Missetat Israels blieb ungefähr 980 Jahre verschwiegen, und erst als das Volk gar zu entartet war, hat Ez. sie öffentlich bekannt gemacht. Vgl. Raschi und Kimchi zu Ez. 20.

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