Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Probleme der Pentateuchexegese. 313 Auch Dilimann (EL3 64) sagt: ״Die Wendung, daß hier {Exod. 6,3) blos die Erkenntnis, d. h. die volle Erfahrung dessen, was in dem Namen liege, den Vorvätern abgesprochen werde, nicht aber auf die Bekanntschaft mit dem Namen1), ist durch den Text selbst widerlegt, sofern in diesem vom שם, nicht von der Bedeutung des שם die Bede ist, und würde für die Väter folgern lassen, daß sie einen Gottesnamen ge־ brauchten, dessen Sinn sie nicht verstanden.“ — Diese Behauptungen der Kritiker werden schon durch Raschfs Hinweis auf Jeremia 16,21 widerlegt. Dort heißt es: ״Diesesmal will ich sie meine Hand und meine Stärke fühlen lassen, und sie sollen erkennen, daß mein Name JW ist.“ Mit Recht folgert Raschi aus dieser Stelle, daß Gott seinen Namen bekannt macht, wenn er sein Wort in Erfüllung bringt. Wir sehen aber hier zugleich, daß unter ידע שם JW nicht die bloße Kennt־ nis dieses Namens zu verstehen ist, sondern die volle Erkenntnis durch die Erfahrung, was dieser Name bedeutet• Dasselbe ist noch aus andern Stellen der Bibel zu ersehen. Ich verweise zuvörderst auf die Stelle Ps. 91,14 f., wo es heißt: ״Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten, will ihn erhöhen; weil er meinen Namen kennt, werde ich ihn erhören, wenn er mich anruft, ich bin bei ihm in der Not“. Hier kann unter Kenntnis des Gottesnamens doch nur die Erkenntnis verstanden sein, was derNamebedeutet.Weil er dies erkennt, geht auch dieBedeutung dieses Namens an ihm in Erfüllung, die darin gipfelt, daß Gott mit ihm ist in der Not (vgl. Jeschurun I 278). Dieselbe Bedeutung hat der Ausdruck ״den Gottesnamen kennen“ noch an vielen andern Stellen, z. B. Ps. 9,11; Jes. 52,6; 64,1; Ez. 39, 7. י) Diese Erklärung des schwierigen Verses Exod. 6,3 wird in verschiedenen Variationen von jüdischen und christlichen Auslegern vorgebracht. Außer den altem und neuem Kommentaren zu Exodus sind noch folgende Werke zu vergleichen. Maimonides, More Nebuchin 163 und II 35; Kusari 11,2 und die Bern. Cassels das. (vgl. auch das. IV,3); Halevy, Rech, biblique I S. 57 ff; Hengstenberg, Beiträge II S. 288 ff.; Kurtz, Gesch. I 345 f.: Klostermann, Gesch. d. Volkes Israel S. 70 ff. und die bei König, Einl. S. 166 angeführten Werke.