Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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313 Probleme der Pentateuchexegese. Exod. 6,2—3 wird von den Kritikern als eine der festesten Stützen der Urkunden-Hypothese betrachtet. Von hier aus nahm Astrue, der Vater dieser Hypothese, seinen Ausgangspunkt. Wenn hier (wie man meinte) gesagt wird: ״Der Name JW war ihnen (den Erzvätern) nicht bekannt“, und daß dieser Gottesname erst jetzt dem Mose offenbart werde, so müssen alle bisherigen Stellen der Thora, in denen der Name JW vorkommt, einer andern Urkunde angehören, die von der vorliegenden Stelle abweichender Meinung ist. In neuester Zeit hat auch Ed. König auf die vorliegende Stelle besonderes Gewicht gelegt. In seiner Einl. in A. T. (1893) S. 165 sagt er: ״Darin (in Exod. 6,3) kann nur ausgesagt sein, daß ״JW“ als Benennung des Offenbarungsgottes den Patriarchen unbekannt war“. In seiner Schrift: ״Die moderne Pentateuchkritik und ihre neueste Bekämpfung״ (Leipzig 1914) S. 24 f, wird dieses Argument besonders scharf akzentuiert. Es seien hier seine Worte in axtenso mitgeteilt: ״Jener Wechsel der Gottesnamen darf nicht aus der Beleuchtung gerückt werden, die von Exod. 6,2 f. aus auf ihn fällt. Dort heißt es ja: ״Und E. redete mit Mose und sprach zu ihm: »Ich hin JW, und ich erschien Abraham, Isaak und Jacob als E. Sch. (allmächtiger Gott), aber hinsichtlich meines Namens JW bin ich ihnen nicht bekannt gewesen“. Der Erzähler, der diese Worte schrieb, hat also angenommen, daß die Gottheit (E.) zwar als E. Sch. (allmächtiger Gott) von den Patriarchen erkannt worden sei, daß aber der Name JW ihnen noch nicht bekannt gewesen ist. Manche meinen, durch die Aussage von Exod. 6,2 f. werde nicht eine äußerliche Bekanntschaft mit dem Namen J W, sondern nur das Durchschauen des Begriffes JW den Patriarchen abgesprochen. Aber der Ausdruck ״Name“ verhindert diese Auslegung. Denn es kann zwar verschiedene Grade des Unbekanntseins einer Sache selbst geben, aber nicht natürlicherweise kann von verschiedenen Graden des Unbekanntseins des Namens einer Sache gesprochen werden. Denn den kennt man, oder man kennt ihn nicht. Außerdem warum hätte zunächst Abraham aus dem Wundergange (seines Lebens, insbesondere aus der endlichen Geburt eines Heilserben nicht die Bedeutung des Namens JW (des Ewigen, Beständigen, Getreuen) kennen lernen können, wenn ihm nur überhaupt dieser Name seines Gottes bekannt gewesen wäre? Folglich muß der Erzähler von Exod- 6,2 f. den Erzvätern einfach die Bekanntschaft mit dem Namen JW abgesprochen haben. Dieser Erzähler kann also vorher nur die Gottesbezeichnungen;E. und ‘E. Sch. verwendet haben.“ — Soweit König.