Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ein Bach, das noch za schreiben ist. 309 Und noch einen andern Gedanken finden wir häufig bei Förster wiederkehren, der uns so recht vertraut ist, so in der Sexualethik und Pädagogik S. 180, wo er die Worte J. St. Mills zitiert ״Wer sich nie etwas Erlaubtes versagt hat, von dem kann man nicht mit Sicherheit erwarten, er werde sich alles Unerlaubte versagen“ — Es ist wörtlich unser קדש עצמך במיתר לך Um den rein praktischen Ausführungen einen noch praktischeren Anstrich zu geben, könnten sich nun kurze Lebensbilder anschließen von einzelnen jüdischen Männern — der verschiedensten Zeiten und Völker — die es, bei strengem Festhalten am überlieferten Judentum, zu bedeutenden Stellungen und zu hohem Ansehen bei ihren nichtjüdischen Mitbürgern gebracht haben. Ebenso könnte an der Hand von Originalberichten einzelner Kriegsteilnehmer gezeigt werden, wie der standhafte Wille, an den Gesetzen festzuhalten, oft die größten Schwierigkeiten zu besiegen weiß. Und endlich kann eine Dar- Stellung der Arbeit eines S. B. Hirsch, Hildesheimer, Lehmann vor Augen führen, wie es wenigen erleuchteten Männern gelungen ist, das gesunkene Panier des gesetzestreuen Judentums für ein ganzes Land aufs neue zu entfalten. In Form eines kurzen Anhanges sollten auch noch die Anschuldigungen behandelt werden, die nicht nur von Christlieber, sondern manchmal sogar von orthodox-jüdischer Seite gegen gewisse Juden als Menschen erhoben werden. Ohne Beschönigung muß man die Fehler zugeben, wo sie sich vorfinden, muß sie als auch von unserem Standpunkte, ja, von unserem Standpunkte ganz besonders verwerflich anerkennen. Aber eine Darstellung der geschichtlichen, politischen und volkswirtschaftlichen Ursachen, die diese Fehler einzelner Menschen oder ganzer Schichten unseres Volkes im Gefolge hatten, andererseits eine Schilderung der hohen Vorzüge, die auch diese meist noch aufweisen, oder aufwiesen, wird den Leser zu einem gerechten Urteile zwingen. Daß eine genaue Literaturangabe das Werk beschließen;muß, braucht wohl nicht erwähnt zu werden.-