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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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308 Ein Buch, das noch zu schreiben ist. treue Jude auferlegen muß, so viele Opfer er seiner Überzeugung zu bringen hat — die Stimmung, die sein Leben beherrscht, ist eine heitere, seine Lebensanschauung optimistisch. Nur er kennt die שמחה של מצרה, nur ihm bringt der Sabbath seine נשמה יתרה. Allerdings, er wird nicht Vergnügungen mitmachen dürfen, denen sich sein Mitbürger hingeben kann (ich möchte hier an die kräftig ablehnende Haltung des נודע ביהודה gegenüber dem Jagdsport erinnern: ש״ות נודע ביהודה חנינא ח׳ י״ד סי׳ יוד• erwird sich nicht jede neue Mode zueigen machen, selbst wenn sie als noch so gesund empfohlen wird, unsere Stellung zur modernen Abstinenzbewegung, die natürlich schon mit Rücksicht auf das כוס של ברבה ablehnend sein muß, wird uns er« leichtert durch Äußerungen von ärztlicher Seite, wie z. B. eine in der Presse medicale zu lesen ist (nach dem ״Prager Tagblatt״) vom 9. 10.), wo die Abstinenz von alkoholischen Getränken verantwortlich gemacht wird für die Zunahme der Blinddarmentzündungen — eine Äußerung, die freilich von anderer Seite aufs lebhafteste bestritten wird. Und er wird auch in größeren Dingen dem Beispiele seiner Umwelt nicht folgen können: so in seinem Verhältnis zur bildenden Kunst (vgl. Wohlgemuth,. Jeschurun II 497 ff.), so in seiner Bewertung der Lebensführung eines Großen: den Satz den jener bewundernde Freund dem jungen Goethe zurief, sein Leben sei so schön wie sein Dichten, wird er von seinem, dem Ethischen zugewendeten Standpunkte aus nicht unterschreiben können. Und zu alledem gehört gewiß ein hoher Mut, der Mut de& Alleinseins der Menge gegenüber. Den aber muß der Jude eben besitzen, er hat oft genug Gelegenheit, ihn zu üben. Er kann ihn lernen von einem hervorragenden christlichen Denker, dessen auf der Höhe moderner Wissenschaft stehende und dabei doch von recht religiösem Geist erfüllte Schriften bei uns viel zu wenig gewürdigt werden, von dem Pädagogen Förster, demselben, der vor kurzer Zeit, weil er furchtlos seine Überzeugung auszusprechen wagte, den heftigsten Angriffen ausgesetzt war. An mehreren Stellen seiner Schriften, insbesondere in ״Schule und Charakter״ spricht er von dieser Art des Mutes.

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