Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Buch, das noch zu schreiben ist. 303 welche die Bibelkritik und die vergleichende Religionsgeschichte gegen die Tradition erhebt, müssen entkräftet .werden. Auf dem Gebiete der Philosophie muß u. a. zu dem Thema: ״Ursprang der Sprache“ Stellung genommen werden: nebenbei sei bemerkt, daß die gegenwärtig wohl maßgebende Darstellung dieses Problems von Wundt (Völkerpsychologie II 2, S. 648 ff.) in einer Hinsicht wenigstens unserem העולם נברא בלה״ק nicht im Wege steht, insofern nämlich darin (S. 654) die Annahme von Ursprachen, aus welchen allmählich im Laufe der Zeiten Tochter- und Enkelsprachen hervorgegangen seien, abgelehnt wird. — Bei der Besprechung der Weltanschauungsfragen gilt es, den durchaus optimistischen Zug, der unser ganzes Schrifttum durchzieht, gegenüber den vereinzelten Äußerungen anderer Natur zu betonen. Hier ist wohl auch der Ort, dem Schreckbilde ״eines Gottes des Schreckens und des Zornes, der weniger geliebt als mit Furcht und Zittern verehrt sein will,“ die Wahrheit entgegenzuhalten. (Vgl. neben den bekannten Schriften von Bäck Eschelbacher Güdemann auch neuerdings Wohlgemuth, Der Gott der Gerechtigkeit Jeschurun II, S. 341—363 und Neubauer Bibelwissenschaftliche Irrungen a. v. 0.). Auf die Angriffe der christlichen Theologen, die den Universalismus des Christentums gegen den Particularismus des Judentums hervorheben, wäre zu erwidern. Andererseits stellen wir solchen im Leben unmöglichen Übertreibungen unseres ואהבת לרעך כמוך wie sie jene ״Religion für Schafe mitten in einer Welt von Wölfen“ (Macehiavelli) in der Form des Gebotes der Feindesliebe predigt, ruhig gegenüber den Satz: לא נתנה תורה למלאבי השרת. — Bei alledem ist es angezeigt, hier und auch sonst lieber die Punkte hervorzukehren, die uns mit der ko ns ervativen Richtung der christlichen Bekenntnisse verbinden, als die, welche uns von ihr trennen. IV. Bisher hat sich die Thora gegenüber den Angriffen, die von allen Seiten her auf sie einstürmen, defensiv verhalten.