Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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296 Ein Buch, das noch zu schreiben ist. (Hier wäre das schöne Kapitel ״Ignoramus und seine Konsequenzen“ aus dem genannten Buche von Dr. Ascher heranzuziehen, das treffende Zitat aus Voltaire (S. 19) wörtlich zu bringen, ebenso Dubois Keymonds ignoramus, Virchows dubitemus, Haeckels restringamus). Wie oft haben im Laufe der Jahrhunderte große wissenschaftliche Theorien, die über ganze weite Gebiete Licht verbreiten wollten und Licht verbreitet hatten, anderen Platz machen müssen. Ist doch erst in unseren Tagen das Gesetz von der Erhaltung der Kraft ins Wanken geraten durch die Kenntnis der Radiumstrahlen, die Atomtheorie durch die Lehre von den Jonen, die von den chemischen Elementen durch die Transmutation, die Will. Ramsay und Jovitschitsch-Belgrad mit Hilfe des Radiums erzeugten. (Nach Dr. Stern, Die Medizin im Talmud)* Hierher gehört auch die köstliche Zusammenstellung, die Dr. Jos. Carlebach (Jeschur. II, S. 21 ff und 163 ff) über die Beurteilung, die ״der Psalter Davids im Wechsel der Tage“, d. h. vor dem Kriege und seit dem Kriege durch Männer wie Delitzsch gefunden hat. Angesichts dieser Tatsachen haben wir nichts anderes zu tun als uns an das Midrasch wort zu halten: בי לא דבר רק הוא מכם ואם רק היא מכם, d. h.: wenn wir etwas in unserer Lehre nicht verstehen oder eine ihrer Anordnungen nicht zu würdigen wissen, so liegt die Schuld’ an unserem mangelnden Verständnis; und wir haben mit ruhiger Zuversicht zu warten, bis dieses Verständnis gekommen ist. Gerade an dieser Zuversieht aber fehlt es sehr oft. ״Haben wir in den Tagen, die hinter uns liegen, — — den gebotenen Mut gefunden, zu bekennen, daß der Ewige der Herr des Krieges, daß die Thora den Krieg gebiete und durch ihre Gebote heilige und daß darum schon allein der Krieg nichts Unsittliches, nichts Kulturwidriges sei?“ (Biberfeld, Das Große und seine Lehre, Jeschur. II, S. 52). — Es müßte dem Leser klar gemacht werden, daß unsere Lehre von der fortschreitenden Wissenschaft nicht nur nichts zu fürchten hat, vielmehr oft erst mit Hilfe unserer heutigen — und daher auch in noch höherem Grade mit Hilfe