Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Buch, das noch zu schreiben ist. 295 Wissenschaft bewahren/1 Es ist gedacht als Lektüre und auch als Nachschlagebuch für junge Leser und Leserinnen und auch für ein erwachsenes breiteres Publikum, das zwar nicht ohne geistige Interessen ist, aber über keine besondere Vorbildung verfügt, daher: kein Theoretisieren, keine unnötige Systematik und — mäßiger Umfang! Es dürfte seine apologetischen Absichten nicht in denVordergrund stellen. Qui s’excuse s’accuse. Vielmehr wäre es seine erste Aufgabe, ohne erst Zweifel oder Angriffe abzuwarten, vorbeugend zu wirken. Durch einen — nicht allzu kurz gehaltenen — Appell an das Gemüt — etwa im Tone des אשרינו מה טוב חלקנו gehalten — wäre die Weise anzuschlagen, auf die das Ganze gestimmt ist. Dann Uebergang zum Thema: Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Tradition.— Wie man von selbst zu dieser Auseinandersetzung geführt wird — Pflicht dieser Auseinander- Setzung für die dieser Aufgabe Gewachsenen (etwa das Zitat aus חובת הלבבות, gebracht von Dr. Wohlgemuth in der Wasmann-Broschüre) — aber dabei zuversichtliches Festhalten an dem von der Thora Gelehrten: נעשה ונשמע. Nicht von der Wissenschaft, die Menschenwerk ist und daher fehlen kann und so oft schon gefehlt hat, und nicht von unserer ״Kultur“ ausgehen und die von Gott gegebene Thora bekritteln und anzweifeln, sondern diese Thora nur recht zu verstehen suchen und dann an die Wissenschaft und Kultur heran treten. Glaube und Wissen geht nicht gegeneinander, sondern nebeneinander. (Dr. M. Ascher, ״Kein Widerspruch zwischen Judentum, Wissenschaft und Leben“). Gewiß, du sollst und mußt fragen, wenn dir Schwierigkeiten und Widersprüche aufstoßen: בר המנבל עצמו על דברי תורה סופי להתנשא ואם זמם יד לפה (Berach. 63 b). Aber frage nicht zuviel! ״Wie viele Fragen wollen dadurch gelöst werden* daß man sie nicht löst! Nach Verlauf von etlichen Jahren ist man ganz überrascht, daß die Frage nicht mehr vorhanden ist11. (Renan). Und frage besonders nicht zuviel, wo es sich um die letzten und höchsten Dinge handelt! במופלא ממך אל תדרש