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Jeschurun · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · page 6

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Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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294 Ein Bncli, das noch zu schreiben ist. alten jüdischen Art“ und überlaß die Verteidigung der Lehre den dazu Berufenen. Nun erfolgt aber der ., Angriff“ täglich und stündlich durch den Lernenden selbst! Und kaum einer von den hier in Betracht Kommenden ist imstande, sich ein jüdisches Wissen zu erwerben, dessen Umfang und Tiefe ihn befähigte, sich der Angriffe selbst zu erwehren. Auch genügt selbst eine umfassende Kenntnis von Halacha und Agada nicht: es gehört dazu die Gabe, den oft tief verborgenen Schatz zu heben — und diese Gabe fehlt dem Gemoro-Lehrer in der Regel gänzlich. II. Es scheint demnach, daß nur die Abfassung eines neuen Buches den angeführten Uebelständen wirksam entgegenarbeiten könnte. Dieses Buch hätte — das sei besonders betont — nicht der Wissenschaft, sondern dem praktischen Leben zu dienen 1).. Weit entfernt davon, wie es etwa Güdemanns ״Apologetik“ tut, die Angriffe der wissenschaftlichen christlichen Theologie abzuwehren oder gar selbst gegen diese einen Angriff zu richten, hätte es sich nur an jüdische Leser zu wenden, und zwar, wie S. R. Hirschs Chaurew, an gläubige jüdische Leser, an solche, die ״sich mit der Tradition stark genug verbunden fühlen, daß sie sie ohne positive Beweisführung auch für wahr halten und die sich doch ein offenes Auge und Klarheit des Denkens gegenüber dem geistigen Ringen der Menschen in der *) Damit möchte ich dem Vorwurfe begegnen, daß ich ein Handbuch der Apologetik“ wünsche, bevor die Wissenschaft der Apologetik recht ausgebaut sei. Ich möchte auf eine analoge Erscheinung in der Literatur der klassischen Philologie hinweisen: Die neue Bearbeitung von. Lübkers Reallexikon des klass. Altertums, die sich, soweit nur irgend möglich, vollständig auf die bisher erschienenen Bände der großen Realenzyklopädie von Pauly-Wissowa stützt, ist, weil sie einem Bedürfnisse der Praxis entgegenkommt, zu einer Zeit herausgegeoen worden, als von Pauly-Wissowa erst etwa der dritte Teil erschienen war — auf die Geahr hin, mit jedem neuen Bande des großen Werkes wissenschaftlich, mehr und mehr zu veralten.

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