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Jeschurun · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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274 Professor Kittels Obergutachten. erfüllt war, angesichts des im Wolkendunkel thronenden Gottes gleichwohl sagte: ״Wie? sollte in Wahrheit Gott wohnen auf der Erde? Siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel vermögen dich nicht zu fassen, wie viel weniger dieses Haus, welches ich gebaut habe!" (1. Kön. 8, 27). Salomo also wußte die die ganze Welt erfüllende Gegenwart Gottes und sein reales Wohnen im Heiligtum über den Kapporeth zu vereinigen. Davon schweigt Prof. K. Es paßt ja freilich so gar nicht zu dem von ihm gezeichneten Bild vom Sitz des Nationalgottes in dem ihm geweihten Kasten, paßt auch nicht recht zu dem Wahn von der Anschauung der ״großen Menge“. Mit dem Schluß dieses Abschnittes bei K. können wir uns kurz befassen, da das Wesentliche der zu vollziehenden Abfertigung im Bisherigen bereits gegeben ist. Er fährt fort: ״Und wo sie (die Bundeslade) erscheint, da sagen die Feinde erschreckt, der Gott Israels selbst sei gekommen.“ Nicht ganz klar will es uns scheinen, wie das, was die philistäischen Heiden von der Bundeslade sagen, ein Beweis sein soll für die Anschauung der ״großen Menge“ in Israel. Im übrigen aber dürften die heidnischen Philister das Wesen der Bundeslade, was die damit vereinigte Gegenwart des Gottes Israels betrifft, besser verstanden haben als mancher moderne christliche Theologe. Prof. K. iährt fort: ״Und wenn sie durchs Land gefahren wird, da müssen die Leute sich scheu zurückhalten, daß sie dem einem fressenden Feuer gleichenden gefährlichen Gott nicht zu nahe kommen. Sonst kann ein großes Unglück entstehen“. Erinnert man sich, daß dem Prof. K. (vgl. S. 29 seines Obergutachtens) die Wellhausensche Hypothese von der Bedeutung des Gottesnamens Jv. (= ״Wetterer“) am meisten zusagt, so verstehen wir auch die triviale Tonart in den obigen Sätzen, die ganz an die profane spöttische Tonart Wellhausens erinnern, über welche Delitzsch in der ״Zeitschr. für kirchl. Wissensch. und kirchl. Leben“ 1880 geklagt hat, vgl. oben S. 46. So kindisch, wie Prof. K. die Geschichte, auf die er anspielt, zeichnet, will sie nicht aufgefaßt sein. Es

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