Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergutachten. 273 indem sieh ihnen die Gegenwart Gottes in Ungnade und Fluch verwandelte. Als Christ sei Prof. K. auf eine ähnliche doppelte Wirkung der im christlichen Sanctissimum sich manifestierenden Gegenwart des erhöhten Christus erinnert. Wir meinen das Sakrament des Altars. Der Apostel lehrt und die Kirche (mit Ausnahme moderner Theologen) glaubt es, daß ein unwürdiger Genuß dieses Sakramentes, also ein unwürdiger Gebrauch der Elemente, in denen Christus gegenwärtig ist, Krankheit und Tod bringt (1. Kor. 11, 30). Was ist das wesentlich anderes als was von den Wirkungen der Bundeslade d. h. des mit ihr geheimnisvoll vereinigten und über ihr thronenden Allerhöchsten auf diejenigen berichtet wird, welche in unheiligem, profanem Sinn sich dem heiligen Gott nähern, dessen Nähe dann todbringend ist? Oder hatte auch der christliche Apostel Paulus eine ״ins Wanken geratene“ Vorstellung von der geistigen Art Christi? Es hat aber wohl noch nie jemand die Entdeckung gemacht, daß Paulus seine Gottesvorstellung von der ״großen Menge“ der Korinther oder von irgendwelcher andern ״großen Menge“ in seiner heidnischen Umgebung empfangen hat. Darum kann Bousset bloß sagen: ״Wir stehen da vor einer uns fremd gewordenen Welt“. Wenn nun eben dies Prof. K. von der Bundeslade gesagt hätte, so würde das zwar eine Ablehnung, aber eine solche in geziemender Sprache sein, welche der ehrliche Ausdruck des Unvermögens wäre an die Realität der Gottesgegenwart über der Kapporeth zu glauben, während die spöttische Behandlung des Sanctissimum bei Prof. K. und seine in der Luft schwebende, von ihm selbst mit ״es scheint“ als bloße Hypothese gekennzeichnete Vermutung von der Herkunft solcher religiösen Vor- Stellung aus den Kreisen der ״großen Menge“ weder wissenschaftlieh annehmbar noch geschmackvoll ist. Wir können dies Thema nicht verlassen, ohne noch auf das Tempelweihegebet Salomos hinzuweisen (wir wissen nicht, ob dasselbe Gnade bei Prof. K. gefunden hat, als echt zu gelten), wo der König, nachdem die Priester aus dem Heiligtum gegangen, welches von der Wolke, dem Zeichen der Gegenwart Gottes*