Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergataehten. 269 Unmöglichkeit. — Ein gewichtiger außerbiblischer Beweis für die Wirklichkeit der Theophanien sind die Völkersagen, welche von einer goldenen Zeit wissen, in welcher Gott oder die Götter sich noch nicht in die Fernen des Himmels zurückgezogen haben, sondern unmittelbar und traulich mit den Menschen verkehrten, ein Glaube, der die Nachklänge der Urgeschichte, wie sie in der Bibel vorliegt, zur Voraussetzung hat. Diese Übereinstimmung in den Sagen der Völker geht in jene Zeit vor der babylonischen Völkertrennung zurück, nach welcher erst die bis dahin einheitliehe Tradition sich in Dichtungen weiter ausgestaltete, so jedoch, daß der Urtypus nicht völlig verloren ging. — Und um noch aufs Neue Testament zu kommen, dessen Verfasser ja allerdings nicht so ״maßgebend“ sind, um vor moderner Kritik bestehen zu können, so erinnern wir an 1. Joh. 3,2: ״Meine Lieben, wir sind jetzt Gottes Kinder, und es ist noch nicht kund geworden, was wir sein werden. Wir wissen nur, daß, wenn es kund geworden, wir ihm gleich sein werden, weil wir ihn sehen werden, wie er ist“. Der Apostel hat also die Hoffnung und ermahnt auch die Christen, solche Hoffnung zu haben, daß sie dereinst Gott wirklich sehen werden, wie das am Anfang, im Paradies, der Fall war. — Hören wir noch den alten Delitzsch, wie er kurz vor seinem Abscheiden in seiner letzten Schrift ״Messianische Weissagungen“ S. 24 f. sich über ״Beginn und Abzielung der Theophanien“ äußert: ״Zwischen uns und Gott ist dermalen eine Scheidewand. Gott ist uns ferne geworden und wie hinter undurchdringlicher Hülle verborgen. Die Völkersagen bezeugen vielstimmig, daß im Anfang der Menschengeschichte Gott dem Menschen unmittelbar nahe war und mit ihnen verkehrte und daß unsere dermalige Gottesferne ein Verlust ist. Es folgt aus unserer gegenwärtigen Natur, daß wir uns von jenem uranfänglichen Verkehr Gottes mit den Menschen keine Vorstellung machen können. Auch in Gen. c. 2. 3 werden wir über diese Unvorstellbarkeit nicht hinausgehoben, das Erzählte behält einen mysteriösen Hintergrund“. So Delitzsch. Was dieser als einen Verlust betrachtet, daß nämlich der Mensch infolge der Sünde und seines Todesleibes nicht mehr mit Gott