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Jeschurun · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · page 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Professor Kittels Obergiitachten. 267 überhaupt nicht glaubt. Vorsichtig vermeidet Prof. K. dieses offene Bekenntnis und zieht es vor, aus einer der ältesten Theophanien ein Stück herauszunehmen, welches so, aus seiner Umgebung losgerissen, allerdings einen kindischen Eindruck macht, zumal' in der von Prof. K. für gut befundenen Eorm: ״Im Paradies ergeht er sich im Abendwinde“. Die Entstellung, die sich Prof. K. hier erlaubt hat, liegt auf der Hand. Von einem Lustwandeln oder Sichergehen Gottes im Abendwinde, wie z. B. der Großstädter nach des Tages Arbeit am Abend hinaus ins Freie sich begibt und ״sich im Abendwinde ergeht״, von solch einem gemütlichen Spazierengehen Gottes redet der Text nichts. Die klare Situation ist vielmehr diese: Der Tag, an welchem die Protoplasten infolge des Sündenfalls ihre bisherige Unschuld verloren und ihre bisherige selige Gemeinschaft mit Gott zerstört hatten, neigte sich. ״Am Abend״, bemerkt Delitzsch in seinem Kommentar zur Stelle, ״werden die zerstreuenden Eindrücke des Tages schwächer, es wird stille im Gemüte, wir fühlen uns mehr als sonst mit uns selbst alleine, die Gefühle der Schwermut, der Sehnsucht, der Vereinsamung, des Heimwehs erwachen. So legte sich jetzt am Abend bei unsern Stammeltern der erste Rausch satanischer Verblendung: es wurde stiller in ihnen, sie fühlten sich vereinsamt aus Gottes Gemeinschaft;, losgerissen von der Heimat ihres Ursprungs, und das hereinbrechende Dunkel ließ sie inne werden, daß ihr inneres Licht erloschen. In diesem Zustand vernehmen sie das Rauschen der Fußtritte Gottes“. So Delitzsch. Wir sehen, warum Gott gerade in der Abendzeit dieses Tages den Menschen naht, und wir sehen auch, warum dem Adam dieses Rauschen der Fußtritte Gottes am Abend des Sündenfalltages so unvergeßlich geblieben ist, daß er seinen Kindern und Enkeln, wenn er ihnen die Paradiesesgeschichten erzählte, davon sagte. Früher nämlich, wenn Adam die Nähe Gottes inne wurde, war sein Herz mit Ehrfurcht, Freude und Anbetung erfüllt worden. Wie war das jetzt anders geworden! Er fühlte, daß er nicht mehr vor Gott bestehen konnte, er wollte nicht in seine Nähe kommen, wünschte so fern wie möglich von ihm zu sein. In dieser Angst hörte

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