Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292974--02130-2295395- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
266 Professor Kittels Obergutacüten. wäre unvermeidlich und mit seinem göttlichen Beruf, Träger der überkommenen Offenbarungen zu sein, wäre es zu Ende gewesen. Wo läßt sich nun in den von Prof. K. weiterhin aufgezählten Beweisen für seine Behauptung auch nur eine Spur von götzendienerischem Wesen entdecken? Mit Götzendienst haben diese Erzählungen nichts zu tun. Es werden also nicht kanaanitische heidnische Vorstellungen sich in die israel. Geschichtsschreibung eingeschlichen haben, sondern diese wird echte israelitische Überlieferungen enthalten. Der von K. beliebte, mit Emphase betonte Hinweis auf die Abfassungszeit dieser Geschichten ist gegenstandslos, da er ja selbst zugibt, daß der Bedaktor seine Geschichten nicht aus den Fingern gesogen, sondern unter Benutzung ihm vorliegender alter Quellen zusammengearbeitet hat. Es fehlt somit der in der Fußn* S. 32 angebrachten Verdächtigung der Glaubwürdigkeit dieser Erzählungen jede Basis. Mit derselben Beweiskraft könnte eine moderne Darstellung von Luthers Leben für unzuverläßig gelten, weil sie ja erst lange nach Luther verfaßt worden sei. Wir vermuten, daß nicht so sehr die späte Abfassung der vorliegenden Erzählungen für Pr. K. das eigentlich Beweisende ist, alsder Charakter der Erzählungen an sich, der ihm auch dann anstößig wäre, wenn sie gleichzeitig mit den Ereignissen so, wie sie vorliegen, aufgezeichnet worden wären. Wir wollen uns des Herrn Prof. K. klare Beweise von der ״ins Wanken geratenen geistigen Art Jv’s“ näher ansehen. ״Jv.“, sagt er, ״wird vielfach als ein sinnlich erscheinendes an allerlei irdische Schranken gebundenes Wesen gedacht״. Und nun erwarten wir von Prof. K., daß er mit klaren Worten die im A. T. erzählten Gotteserscheinungen samt und sonders ablehnt. Denn die ״geistige Art“ JVs und sinnlich wahrnehmbare Erscheinungen Gottes sind für ihn offenbar unvereinbare Gegensätze. Warum er sich nicht direkt gegen alle und jede Theophanie ausgesprochen hat, wissen wir nicht. Nur dies wird man unbedenklich sagen dürfen, daß, wem eine sinnenfällige Erscheinung Gottes für ein Zeichen der ״ins Wanken geratenen geistigen Art Jv?s“ gilt, der an eine Theophanie.