Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergutachten. 265 es erging das Wort Jv’s an mich also“. Wäre es an dem, daß Mose, der ״überragende religiöse Genius44, den Dekalog geschaffen, so würde er ihn gleich mit einer Fälschung eingeleitet haben, indem er Jv sprechen läßt, was nur gesetzgeberische Weisheit des Mose war, also gleich das 2. Gebot übertreten haben ״Du sollst den Namen deines Gottes nicht mißbrauchen, denn der HErr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht“. Wir wissen nicht, wie Prof. K. den Fälscher und unter Jv’s Flagge segelnden Mose mit dem ״überragenden religiösen Genius Mose״ in Einklang zu bringen weiß. Und ebensowenig ist uns klar geworden, was sich Prof. K. unter der ״Gesetzesoffenbarung am Sinai“ denkt (S. 30) oder darunter, daß Mose den Jv. ״am Sinai unter gewaltigen Gewittererscheinungen kennen gelernt habe“ (S. 29). Wenn Mose den Jv. bloß donnern hört und ihn als Wetterer kennen lernt, so ist das keine ״Gesetzesoffenbarung“; und wenn Mose den Dekalog nicht von Jv. gehört, sondern aus eigener Weisheit hervorgebracht hat, so ist das wieder keine ״Gesetzesoffenbarung“. Wir bekennen, von Prof. K. völlig im unklaren darüber gelassen zu sein, was es mit der ,.Gesetzesoffenbarung״ nach seiner Ansicht für eine Bewandtnis hat, und wir vermuten, daß am Ende auch die Richter in Leipzig nicht recht klar daraus geworden sein dürften. H. Die ״ins Wanken geratene“ geistige Art Jv’s. Bevor Prof. K. die Kennzeichen des Herabsinkens zur ungeistigen Art namhaft macht, gibt er die Ursache der verschlechterten Gottesanschauung an. Diese Ursache ist ihm (oder vielmehr: scheint ihm; ganz sicher weiß er es nicht, vgl. S. 31 unt.) ״der Einfluß der heidnischen Umgebung in Kanaan“. Nun kennt jedermann aus der bibl. Geschichte die Art der Einflüsse der kanaanitischen Umgebung auf das Volk Israel: es war der Götzendienst, und Israel war diesen Einflüssen sehr zugänglich. Wären die Propheten nicht gewesen und hätte nicht Gott über das abtrünnige Volk immer wieder schwere Züchtigungen verhängt, der religiöse Zusammenbruch des Volkes