Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2292929-2292969-2292974--02128-2295393- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
264 Professor Kittels Obergutachten. setze mit ״) וידבר ה אל משהUnd der HErr redete mit Mose“)- auf eigene Faust einzuleiten und so den Namen Gottes zu mißbrauchen, Bat Prof. K. mit keiner Silbe berührt. Er stellt, was er behauptet, als absolut feststehende Tatsache hin, während es nur Hypothesen sind, die man anfechten kann, wie Delitzsch in seinen ״Pentateuch-kritischen Studien“ gezeigt hat. Doch dies nur nebenbei. Im Dekalog, meint Prof. K., habe Mose ״die geistige Art JVs aufs kräftigste betont.“ Lediglich ein Vers des Dekalogs könnte von ihm als Beweis für diese kräftige Betonung der ״geistigen Art JVs“ angeführt werden, nämlich V. 4 ״Du sollst dir kein Bildnis machen usw.“. Je weniger sich dagegen einwenden läßt, daß hier ״die geistige Art JVs aufs kräftigste betont sei“, desto mehr dagegen, daß Mose, ״dem überragenden religiösen Genius“ (S. 30), das Verdienst gebühre, den Dekalog überhaupt und jenes ״die geistige Art JVs betonende“ Gebot im Besondern aufgestellt und geschaffen zu haben. Mose ist nicht Autor, sondern der von Gott bestimmte Tradent, der die von Jv. gehörten Worte dem Volk übermitteln sollte. Darum sagt ja auch das Volk Exod. 24, 3 zu Mose nicht: ״Alle deine Worte wollen wir tun“, sondern: ״Alle Worte, die Jv. geredet, wollen wir tun“. Und wenn wir von den den Dekalog einleitenden Worten ״Und Gott redete alle diese Worte“ absehen wollen, weil sie für Prof. K. so wenig Gewicht haben werden wie. das oftmalige ״Und der HErr redete mit Mose“, so können wir doch nicht absehen vom ersten Satz, des Dekalogs ״Ich bin Jv. dein Gott“. Dieses ״Ich bin“ kennzeichnet den Dekalog nicht als Worte des ״überragenden religiösen Genius Mose“, sondern als Gottes eigene Worte, die Mose, der Mittler, von Jv direkt gehört und so, wie er sie gehört, dem Volk Israel übermittelt hat. Genau so wollen auch die Propheten ihre Heden nicht als ihre eigenen Worte angesehen wissen, sondern als Worte JVs, die sie gehört: ״So spricht ־ der HErr“. Nur Oberflächlichkeit könnte z. B. an dem Ausdruck ״Worte Jeremia’s“, womit das Buch des Propheten eingeleitet ist, haften, während doch sofort in V. 4 es heißt: ״Und