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Jeschurun · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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256 Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. lassen? Bedenkt man denn garnicht die wichtige Einschränkung in der erwähnten Erziehungsregel: על פי דרכו? Das aber ist?s — und im Hinblick darauf verzeihe man die Abschweifung auf ein nur scheinbar außerhalb unseres eigentliehen Themas liegendes Gebiet — was leider auch in unserm hebräischen Anfangsunterricht gesündigt und was an den Kindern, um mit Herrn Dr. Caro zu reden, ״verdorben“ wird. Das Kind ״benscht“ seit Jahren, also muß es zuerst das Tischgebet ״übersetzen“ können; dann geht es zum שמע, zur שמנה עשרה — es wird ״gebetet,“ also muß es ״übersetzt“ werden; es wird von kleinen Kindern ״gebetet“, also muß es von kleinen Kindern ״übersetzt“ werden. Das Kind soll am סדר Tisch מה גשתנת fragen (z. T. sogar chaldäischer Sprache), also muß das 6 jährige Kind ״ מה נשתנהübersetzen“ können. Und wehe dem Lehrer, dessen Kinder nicht schon nach Ablauf der ersten Schulmonde, spätestens des ersten Jahres mit diesen Glanzleistungen aufwarten können! Und unbeachtet bleiben die sprachlichen und inhaltreichen Schwierigkeiten dieser und der dann folgenden Gebete. Psalmen, Psalmodien und Propheten- Worte, dieser oft nur den Eingeweihten erhebenden und andächtig stimmenden Auszüge aus allen Teilen des jüdischen Schrifttums — was man ״ort“, muß man verstehen, also muß es in der Schule und 6־ bis 9-jährige Kinder gelehrt werden. Nicht viel besser steht es mit der bald folgenden, manchmal nebenher gehenden ״Übersetzung“ des Pentateuchs. Wie stolz macht es Kinder und Eltern, wenn die ersten Kapitel ״fließend übersetzt“ werden können, und der Lehrer beruhigt sich damit, daß er ja garnicht so sehr gegen die Regeln moderner Pädagogik verstoße: er übersetze ja garnicht ״mechanisch“, er erkläre fast alle grammatisch schwierigen Formen, ja er treibe sogar nebenbei systematisch Grammatik. Das ist die ״althergebrachte Art“, von der Herr Prof. Caro so bezeichnend sagt, daß sie die Kinder für den grammatischen Unterricht verdirbt. Aber, so werden mir die Eltern einwenden, das schadet doch nicht, unsere Kinder sollen ja nicht hebräische Grammatik, nein, sie sollen חומש und תפלה übersetzen lernen. Nun, so frage

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