Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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254 Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. Unterricht vorwiegend Sprachunterricht sei, freilich im Unterrieht elementarster Art, eine Vor- und Ubergangsstufe zu dem eigentlichen Übersetzungs- und Grammatikunterricht, wie ihn Herr Prof. Caro im Auge hat. Und ich glaube fast, mit dieser meiner Forderung ganz in die Kerbe des Herrn Prof. Caro zu hauen, sonst wüßte ich mir seine folgenden Worte nicht zu erklären: ,,Sind die Kinder so weit, . . . . dann haben sie bereits durch die Übersetzung .nach althergebrachter Art sich einen gewissen Vokabelschatz angeeignet und sind, möchte ich mich ausdrlicken, für den grammatischen Unterricht schon verdorben, der sei ja garnicht nötig, es gehe auch so.“ (Ich habe mir erlaubtj einige Worte dieses Satzes sperren zu lassen, d. V.) Das eben ist der Grundfehler der ״althergebrachten Art“ des Unterrichts: die Schüler sind und bleiben ״für den grammatisehen Unterricht verdorben“; es fehlt ihnen für immer das Interesse am Hein-Sprachlichen des Hebräischen, für die Grammatik. Sie bleiben Nachplapperer, dem Unterricht fehlt die Wissenschaftlichkeit und daher leider nur zu oft dem Gelernten die Dauer. Damit komme ich zu dem eigentlichen Zweck meiner Zeilen und muß an dieser Stelle manches wiederholen, was ich nach dieser Hichtung für Fachkreise schon mehrfach öffentlich ausgesprochen habe. Aber, wie gesagt, ich wende mich hier vorzüglich an die Eltern und hoffe, bei ihnen Gehör zu finden für eine Angelegenheit, die sie nach der Vorschrift ולמרחם אתם את בניבם weit mehr interessieren müßte, als es den Anschein hat. Auf dem Verbandstage der jüdischen Lehrer in Hannover im Jahre 1907 habe ich bei der Besprechung des Themas ״die methodische Umgestaltung des hebräischen Unterrichts“ den damals als kühn bezeichneten Ausspruch getan: ״Unser größter Fehler besteht darin, daß wir allzufrüh auf den Zweck unseres hebräischen Unterrichts hinsteuern, auf das Verständnis der Gebete.“ Diese Worte, damals vor einer großen Versammlung von Fachgenossen geäußert, richte ich heute — die Wirkung