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Jeschurun · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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250 Ahron Aiarcus. Der vorliegende Teil I verblüfft wiederum durch das scharfe Eindringen in die Psychologie der Sprache, in die Physiologie und Anatomie der entsprechenden Gehirnteile, [die Marcus in Leues ״spezieller Diagnostik“ studierte, (woher auch die Bilder stammen) die Verfasser dieses ihm für einige Tage geliehen hatte, in welchen er das schwierige Thema mit überraschender Schnelligkeit und Schärfe erfaßte] durch die genialen Associationen mit den Gedanken der kabbalistischen Psychologen und der Sprachforscher, wie Ibn Ganach, Saadia Gaon, Dunasch usw. und durch die Beherrschung so vieler Gebiete, welche die jüdische Tradition auch nur im Entferntesten berühren und zu ihrer Beleuchtung dienen. Die Sprachtheorie hat an sich nach den bisher bekannt gegebenen Beispielen manches Packende. Marcus denkt sich nach Sayce, Assyrian Grammar for comparative surposes (gebracht in Kadmau. niaus Krak. jüd. Ztg.) das Verhältnis der ursemitischen Sprachen etwa folgender Art. ״Aramäisch und Assyrisch sind corrumpierte Dialekte einer Er- Sprache, die wir das Urebräische nennen. Das Hebräische hat das Wesen dieser Ursprache am reinsten und vollständigsten erhalten. Dies wird durch Vergleiche mit dem Assyrischen klar, wenngleich das Assyrische manche ältesten Formen und Wurzeln beibehalten hat, die wie uns die Thora zeigt, von dem Hebräischen der Patriarchen und Moses ebenso differieren, wie die Sprache der Thora von der der Propheten und Sänger, diese von der Sprache Esras und seiner Zeit, wie die Sprache der Schrift von der der Mischna. Das göttliche Element des hebräischen Sprachgeistes fehlt jedoch im Assyrischen, und daraus erklärt sich, daß es gradeso der Verwilderung anheimgefallen ist, wie seine Schwestersprachen“. Es soll nicht verschwiegen werden, daß der verstorbene große Semitologe Prof. Barth dieser Sprachtheorie, die mit der von!Rabbiner S. R. Hirsch einige Ähnlichkeit hat, ohne von ihr beeinflußt zu sein, sehr kritisch gegenüber gestanden hat. Ich kann als Laie mir darüber kein Urteil erlauben, möchte jedoch gerade dem Barsilai, wenn auch viel Hypothetisches darin enthalten sein sollte, * große Verbreitung wünschen wegen der Übersichtlichkeit des Ganzen, der Wichtigkeit des Kapitel V1), der Einführung in die Bibelwissenschaft und die sprachwissenschaftlichen Fragen, wozu allerdings die Artikelserie Kadmauniaus in der leider fast vergriffenen Krakauer Zeitung auch vorzüglich geeignet ist. Der״Chassidismus“. zuerst als Artikelserie erschienen, gibt die Geschichte des Chassidismus bis fast zur Gegenwart, eine vorzügliche Schilderung seiner Entstehungszeit, seiner Bedeutung als Gegenreforuu l) Vgl. oben S. 158 und 109.

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