Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Bibelwissenschaftliche Irrungen. 247 Nicht wahr, wir verlangen etwas viel? Nun soll der Vater sich gar um derartige Dinge kümmern. Man kann, wenn man mißverstehen will, diesen meinen Vorschlag ins Lächerliche ziehen. "Wer sich an dem Grundgedanken hält, und diesen würdigen will, der wird verstehen, daß das Ganze nur ein Beispiel dafür sein will, wie unendliche und sorgsame Mühe die jüdische Erziehung der Kinder im Elternhaus erfordert. Es ist charakteristisch für unsere Zeit, daß sie das Wort prägen konnte: die schlechtesten Erzieher sinu die eigenen Eltern. Sie sind es eben deshalb, weil sie heutzutage so gar keinen Wert darauf legen, sich den Kindern gegenüber Zwang anzutun, weil sie keine stille Überlegung einer freien Stunde keine Mühe dieser wichtigsten Aufgabe widmen wollen, die ihnen gestellt ist. Die Erziehung im elterlichen Hause ist deshalb in Deutschland von so besonderer Bedeutung, weil das jüdische Milieu, der jüdische Geist, des jüdische Empfinden außerhaldes Hauses so wenig zur Geltung kommt. Ich will ein Beispiel bringen, um zu zeigen, wie machtvoll das jüdische Milieu im Osten wirkt. Ich bringe das Beispiel, um der Episode selbst willen, aber zugleich um zu zeigen, wie weiten fern unsere Jugend der Ursprünglichkeit jüdischen Fühlens steht und wieviel das Haus zu leisten hat, will es einen kleinen Ersatz schaffen. Als unser Delegierter, Rabbiner E. Carlebach in Warschau auf dem Wege zu einem Cheder die Depesche von der Ab- Setzung des Zaren erhielt und sie dort vorlas, da stand spontan ein neunjähriger Junge auf und begann: 'ברוך אתה ה אלקינו מלך העולם הרב את ריבנו והדן את ריננו וחנוקם את נקמתנו kritik sich schon zu einer Zeit nicht verhehlt, als diese noch völlig im Verborgenen blühte und die Bedeutung für die moderne Disciplin der Beligionsgeschichte nicht hatte, In seinem ״ Jeschurun“ geht die Artikelserie ״Die Hypothesen der Bibelkritik usw.“ von J. Gugenheimer durch vier Jahrgänge (XIII—XVI) und als er Ende 1873 in Berlin war, hat er im Hause von Sternheim zu Hoffmann להבחל״בל sich an erkennend darüber ausgesprochen, daß dieser in seinen Vorlesungen jene Hypothesen berücksichtigt und widerlegt.