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Jeschurun · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Bibelwissenschaftliche Irrungen. 243 Es ist wahr: nicht jeder Vater ist geeignet, seinen Sohn zu leiten, es fehlt ihm das Wissen und die pädagogische Eähigkeit, immer das rechte Wort zur rechten Zeit zu finden. Und wenn ein jüdischer Lehrer am Orte ist, welcher der rechte Mann ist, der, ausgestattet mit reichem Wissen und durchglüht vom Feuer für die Erhaltung unseres heiligen Glaubens, seine Schüler nicht nur fortzureißen sondern dauernd zu festigen versteht, so ist das eine wertvolle Hilfe. Aber es ist eigentlich doch immer nur ein Ersatz. Unberechenbar sind die Wirkungen, welche die Einflüsse erzielen, die nicht auf der Schulbank empfangen werden, sondern am elterlichen Tische, etwa am Freitag abend, wenn die Sidra durchgesprochen wird. Wie unsere Weisen גרסא רינקותא das Lernen der Thora gleichsam im Säuglingsalter so hoch geschätzt ha־' ben, weil da das Hirn des Kindes noch eine unbeschriebene Tafel ist, so ist es auch garnicht abzuschätzen, von wie einschneidender Bedeutung es ist, wann und von wem und wie auf den Tafeln des Herzens die ersten unauslöschlichen Zeichen eingegraben werden, die für das künftige religiöse Fühlen und Wollen des Kindes bestimmend sein sollen. Wie die väterliche Erziehung auf allen Gebieten ergänzend eingreifen kann, das ist ein weites Gebiet und soll einmal s. G. w. Gegenstand einer besonderen Erörterung sein. Hier soll nur an einem Beispiel, das durch unsere obigen Ausfiihrungen gegeben ist, gezeigt werden, wie Großes und das mit verhältnismäßig kleinstem Aufwand von Zeit erzielt werden kann, wenn nur der Vater selbst willens ist, die heiligste Pflicht zu üben, seinen Sohn davor zu schützen, daß er nicht יוצא לתרבות רעה, daß er nicht den draußen auf ihn lauernden Gefahren zum Opfer fällt. Es gibt nun einmal viele ,.Probleme der Pentateuchexegese“, und Talmud und Midrasch und alle unsere großen jüdischen Exegeten von der ältesten Zeit bis auf die jüngste haben mit ihnen gerungen. Die Schwierigkeiten, die in unserer schriftlichen Lehre sich bergen und von denen die Vorsehung eben wollte, daß wir sie immer wieder durch eigene

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