Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Bibel wissenschaftliche Irrungen. sehr viele Mehrgeburten, bei denen nun. wenn sich ein Vorgang, wie es G־en. 18, 29 bei der Zwillingsgeburt Tamars geschildert ist, abspielt, nach den Bestimmungen des Bitualgesetzes das Recht der Erstgeburt verloren geht. Endlich hatten die ErstgebOTeuen, wie die Leviten später, ursprünglich gottesdienstliche Funktionen zu verrichten. Eine große Anzahl der Mütter mochte ägyptischer Abstammung sein (vgl. Ex. 12. 38) und daher ihre Sprößlinge nicht in die Zahl jener Erstgeborenen aufgenommen worden sein, ebenso wie vielleicht nach Analogie der Vorschriften für die Priester Lev. 21,17 ff. die mit körperlichen Fehlern Behafteten. Alle diese Momente zusammengenommen lassen jenes Problem des Zah״ lenverhältnisses schon in ganz anderem Lichte erscheinen. Doch wir wollen nicht dem Leser das Lesen des Buches selbst ersparen, sondern nur nachdrücklich auf das Buch hinweisen. Sein Fehler, der Mangel einer geschlossenen systematischen Darstellung, der durch den Zwang, gegen die Behauptungen Kittels im Einzelnen zu polemisieren, mit verschuldet ist, ist zugleich ein Vorzug für den Laien, der durch eine streng wissenschaftlich gegliederte Form abgeschreckt wird und den in Einzelerörterungen sich ergehenden Ausführungen leichter folgt. Denn es erscheint uns von Wichtigkeit, und das ist der Hauptgrund, weshalb wir auf das Thema der ״Bibelwissenschaftliehen Irrungen“ in einem größeren Zusammenhang eingegangen sind, daß auch der Laie, vor allem der jüdische Vater, der sein Kind zu einem festen, überzeugungstreuen Jehudi erziehen will, an diesen apologetischen Arbeiten nicht vorübergeht. Und so könnten wir auch diesen Aufsatz einreihen in die ״Erziehungsfragen in Ost und West“, die uns in den drei letzterschienenen Heften dieser Zeitschrift beschäftigt haben. Es wird heute alles der Schule zugeschoben und die Pflicht des ו־שננחם לבניך, des והגדת לבנך, die doch durchaus und in erster Reihe dem Vater obliegt, wird außer Acht gelassen.