Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 91)
- Language
- German
- Belongs to
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Bilder ans Litauen. 219 opfer offiziell zu existieren aufgehört hatte, als der Tempel zerstört war. Da konnten die Minim ja erst recht den Treugebliebenen mit dem. für manche gewiß überzeugenden Argument kommen: Nun seht ihr es ja. daß es ohne euer Pessachlamm auch geht, nun seht ihr ja, wie unnötig es ist־, erkennt daraus, daß durch den Tod unseres Herrn, das Opferlamm abgelöst ist. Wer weiß, wie gewaltig in ft. Gamliels Zeit diese Antriebe waren, wie die Geister beeinflußt und die Gedanken verwirrt wurden. Da griff der bewährte Kämpe für Gott und sein Gesetz ein und stellte es als verpflichtend für den Sederabend auf, die Bedeutung der drei Pestessymbole sich klar zu machen: Peßach, Mazza und Maror. Die Abgefallenen, sie haben mit der Vergangenheit gebrochen, das Neue hat das Alte aufgehoben. Die Treugebliebenen blicken auf die Vergangenheit zurück, sie bleibt ihnen lebendig, denn sie knüpfen an sie die Hoffnung auf die Zukunft an. Das Peßachopfer existiert gegenwärtig nicht, aber es ist nicht gestorben, es schlummert und wird einstens wieder erweckt werden. Wir sehen auch hier wieder P. Gamliel in seinem Kampf gegen die Minim tätig. W7ie er in Rede und Gegenrede ihnen standgehalten hat, wie er sie aus den Gebetversammlungen fernzuhalten suchte, so ist er auch hier gegen sie aufgetreten, um ihren schädigenden Einfluß auf die Anschauungen der Treuen abzuwehr«n und diese in ihrer Treue zu festigen und zu stärken. Bilder aus Litauen1). n. Lieber Herr Dr. ״י:! Vom Sabbath in einer jüdischen Stadt wollte ich Ihnen erzählen und nun ich daran gehe, finde ich die Worte nicht. Nicht geschrieben, erlebt werden will er. Und so werden es wieder nur Einzelbilder, die ich Ihnen erzählen kann. י) Vgl. Jeschurun IV, S. 1C3-U0