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Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 90

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 90)
Language
German
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8נ2 Die drei Worte des Seder-Abends. darüber sind alle Kirchenhistoriker einig, selbst Hoenicke ״Das Judenchristentum“ kann dieser Ansicht nicht durchaus widersprechen. Aber es gab noch etwas anderes, das sich unmittelbar an das letzte Mahl Jesu anlehnte, das waren die Liebesmahle oder die Agapeen. Was wissen wir über {ihre Veranstaltungen? Sie begannen und endigten mit Gebeten und Hymnen, die gemeinschaftlichen Mahlzeiten, die mit dem Brechen des Brotes und dein Reichen des Weins begannen, wurden durch religiöse Gespräche gewürzt, die Armen waren zu Tisch geladen, die Reichen bestritten die Kosten der Mahlzeit. Man braucht nicht so weit zu gehen, in dem tcottj’jiov 7%ד s5}<oy1a: das כיס של ברכה und zwar das dritte zu בהס״ן zu sehen7 wie einige wollen, um in den Agapeen eine Nachbildung des Peßachmahls zu erkennen. Daß sie ebenso gut an die andere Opfermahlzeiten der Juden angelehnt sein könnten, wie Hoennicke meint, ist ihrer ganzen Ausgestaltung nach weniger anzunehmen, man denke nur an das ״pauperes simul cum divitibus aceumbebant*4 (Brettselmeider Lexieon mich Tertullian) und vergleiche damit die jüdische Einladung כל דכפין ייתי ויכול wie auch das Entstehen dieser Agapeen unmittelbar nach dem Tode Jesu darauf hinweist, daß sie an den Vorgang, der am meisten auf die junge Christengemeinde Eindruck machen mußte, das letzte Mahl, sich anschlossen. Brechen des Brotes und Spenden des Weins das sind die Ausdrücke, die regelmäßig für jene Mahle angewendet, sobald auf sie in den Evangelien Bezug genommen wird, also zwei der Hauptbestandteile des Peßachmahles. Das Lamm fehlt: natürlich, war ja die Person Jesu für das Opferlamm eingetreten (vgl. 1 Kor. 5, 8.), somit war dieses erledigt, die Vergangenheit, auch das Bitterkraut, das an diese erinnert, war abgetan. Es ist klar, daß solche Vorstellungen leicht bei den Juden- Christen, die in der ersten Zeit ja noch das ganze sogenannte Ceremonialgesetz hielten, Eingang finden konnten und sie, besonders die große Masse, die Liebesmahle als richtigen Ersatz für das Sedermahl einschätzten; gewiß dann, als das Peßach-

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