Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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208 Professor Kittels Obergutachten. Wie Del. in den ,,Pentateuchkritischen Studien“ und auch sonst die Unbescheidenheit der Pentateuchkritik, welche sich zu keinem non liquet verstehen und die Grade der Gewißheit nicht unterscheiden mag, anklagt und geißelt, so gibt es auch nichtorthodoxe, also kirchlicher Voreingenommenheit nicht verdächtige Gelehrte, die sich ihre Nüchternheit bewahrt haben, z. B. in Fragen der Quellenscheidung. Chwoison sagt in seiner bekannten Schrift ,,Das letzte Passamahl Christi“ S. 131: ,,Kann man denn, ohne vorgefaßte Meinungen und ohne mehr oder minder ־willkürliche Voraussetzungen, bei Texten, welche im Laufe vieler Jahrhunderte so vielfach umgegossen, um geschmolzen, umgearbeitet und innerlich und äußerlich geändert und umgestaltet wurden, solche mikroskopische Feinheiten herausfinden, wie die Herren Herausgeber der neuesten deutschen Übersetzung des Alten Testaments sie gefunden zu haben glauben? Die Möglichkeit einer Quellenscheidung in großen und groben Zügen will ich durchaus nicht bestreiten: aber nur diese halte ich für möglich, dagegen müssen wir in Bezug auf alle Detailfragen offen und ehrlich das verhängnisvolle Ignorabimus ohne Scheu aussprechen.“ Diesen seinen Protest (nicht gegen die Quellen Scheidung an sich, sondern) gegen die Sicherheit der Quellenscheidung nennt Chwoison selbst einen ,,natürlich ganz erfolglosen.“ Die hier zum Ausdruck gebrachte Ironie (von der Ironie sagt Aristoteles in seiner Rhetorik II, 2, daß sie Verachtung zeige. zaTa<ppov7}T1xöv f; sipcovsia) lesen wir in einer nachträglichen Anmerkung, welche Chwoison zu folgenden nicht minder ironischen Textworten auf S. 98 gemacht hat: ״Der Verfasser der gemeinsamen QueUe der 3 Synoptiker hat verschiedene, sicher sehr alte Aufzeichnungen vor sich gehabt, deren einzelne Bestandteile, wie es mir scheint, kaum auffindhar sein dürften, es müßten denn alttestamentliehe Kritiker sich an diese Arbeit machen, denen eine Analyse dieser Quelle ebenso gelingen könnte wie die der einzelnen Bestandteile des Pentateuchs.“ — Ein anderer, der gewiß kein Orthodoxer war, Prof. Stade, hat in seiner ״Geschichte Israels“ (S. 42, Anm. 2) geurteilt, daß ״die Gerechtigkeit es erfordert,