Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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Professor Kittels Obergutachten. 209 zu bemerken, daß in neuerer Zeit auch von protestantischen Theologen sehr viel Makulatur über das Alte Testament erzeugt wird.“ So fest stehen die modernen Resultate alttestamentlieber Bibelkritik nicht, daß in einem Obergutachten, das für Laien in der theol. Wissenschaft geschrieben war, von dem raschen Verwitterungsprozeß, der sich an den immer neuen Hypothesen vollzieht, so ganz geschwiegen werden durfte. Und nun zum ,,Wettergott“ des Prof. Kittel. Wir sagten schon, daß diese Deutung des Namens ,,Jv.“ von Wellhausen stammt. Zwar sagt Prof. Kittel, daß die Deutung des Namens sehr ״dunkel“ sei: dies hindert ihn aber nicht, die "Wellhausen־ sehe Erklärung aus ,,sprachlichen und inneren Gründen“ für sehr ansprechend zu halten. Prof. Kuttel sagt: Jv. hängt mit einem Stamm hwh zusammen, der im Arabischen des ״Wehen“, auch das ״Wetter‘4 bezeichnet und somit auf einen altseraitischen Wettergott hindeutet. Wer im stände ist. in einem arab. Wörterbuch zu lesen und die Bedeutungen des Stammes הוי zu vergleichen, findet nichts von ״Gewitter“ unter ihnen. Und auch die von^Fleiseher im'Hiobkommentar von Delitzsch2 94 gegebene ausführliche Entwicklung der mannigfachen Bedeutungen dieses Stammes im Arab. weiß nichts von ״Unwetter“ oder ״Gewitter“; zudem ist die Bedeutung ״wehen“ nach Fleischer eine sekundäre. Ein Wort aus so alter Zeit aber wie ״Jv.“ aus einer verhältnismäßig jungen arab. Bedeutung zu erklären ist von vornherein ein bedenklicher Griff, ein ganz unglücklicher Griff aber dann, wenn im Arab. weder in alter noch in später Zeit diese Bedeutung sich findet. ,,Tatsächlich“, schreibt mir eine Autorität, ״wird im lebendigen Arabisch ,,hawa“ nicht im Sinn von ,,Ungewitter“, sondern von ״Luft“ gebraucht Die ״sprachlichen“ Gründe, welche auf einen .,Wettergott“ hinweisen, sind somit unstichhaltig und nichtig. Aber auch die ״inneren“ Gründe. Prof. Kittel findet nämlich den alten El oderElohim vonMose aufdem Sinai als Jv.d.h. als ״Wettergott“ kennen gelernt; und so erklärt sich auch, sagt er weiter, ״der vielfach schreckhafte, in naturhaften Ausbrüchen von plötzlichem Zürnen und Wüten sich äußernde Charakter des Jv. der mosa- 14