Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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198 ♦ברכת זרגונלל Die Gemara bringt dann Beweise ans dem 107. Psalm dafür, daß die genannten Vier es seien, die zu einem Danke Gott gegenüber verpflichtet sind und die Wunder Gottes vor den Mitmenschen zu verkünden haben. Es wäre falsch zu glauben, Rab, in dessen Namen (wie bemerkt) der obige Satz tradiert wird, wäre gleichsam der Erfinder dieses Gebrauches. Die als Beweise angeführten Psalmverse selbst machen schon den Eindruck, daß wir es hier mit einer sehr alten, in die biblische Zeit hinaufreichenden Sitte zu tun haben1), und mit Recht wurde schon auf eine in Oberägypten gefundene Weihinschrift hingewiesen, deren Wortlaut ist: ״Preis Gott, Theodotos. Dorions Sohn, ein Jude, gerettet aus dem Meere“. Lange vor Rab hatten also ägyptisehe, griechisch sprechende Juden, von einer Seereise zurückgekehrt, der im Psalter gegebenen Weisung entsprechendr Gott für die Hilfe, die er dem Reisenden zuteil werden ließ, gedankt2 * * 5 * *). Der hebräische Wortlaut des im Namen Rab?s tradierten Satzes scheint auch für den tannaitischen Ursprung desselben zu sprechen. Es ist nun beachtenswert, daß in dem von Buber herausgegebenen Midrasch zu den Psalmen (p. 462) der talmudische Satz nicht im Namen Rab’s angeführt, sondern als eine tannaitische Überlieferung mit den Worten תמן תנינן eingeleitet wird. Die Annahme, dem Verfasser oder Redaktor des Midrasch Tehillim habe eine tannaitische Quelle Vorgelegen, in der unser Satz enthalten war, dürfte demnach nicht abzuweisen sein8). ף Mein Vater, Herr Rabb. A. H. Klein כ" י macht mich auf Le\\ 7,12 (אם על תודז־ז יקריבנו) aufmerksam; vgl. dazu ר״מגי; Hoffmann’s Kommentar S. 248. 2) Vgl. die Ausführungen Blau’s in der Schrift: Papyri und Talmud in gegenseitiger Beleuchtung S. 12 f.; s. auch Posiier, Jüdische Presse 1914, S. 190f. Die Inschrift ist in CJG 4838 c zu lesen. 5י) Dafür spricht auch die von der Gemara abweichende Auf zählung der Fälle im Midrasch, vgl. dazu w. u. Abschnitt IV.:. ferner die vom Midrasch hinzugefügten im b Talmud nicht vorhandenen Sätze (s. dort).