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Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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194 Ein Roman über Krieg und Gotteserkenntnis. Stapelgesellschaften für selten gewordene Rohstoffe. Agenturen im Auslande zur Durchbrechung der Blockade u s. w. Ebenso wirkt er vorbildlich bei der Ausrüstung von Lazaretten. Sanitätszügen, Automobilkolonnen, die er auf eigne Kosten er־ richtet, und mit ihrem begeisterten Wohltätigkeitseifer reißen die beiden die zögernden nichtjüdischen Adelung und Nystedt mit. Ein Typus für sich tritt uns auch im Landsturmmann ״Ahasver“ entgegen: Dieser schnurrige Kauz kommt täglich sieben Kilometer aus der VOrderstellung der Front ins Büreau der Adjutantur als Zeitungsmann und Feldbuchhändler, geht denselben Weg wieder schwer mit Zeitungen und Büchern u. Gewehr beladen in Stellung zurück, und versorgt die Kompagnie auf diese Weise mit allerlei Gedrucktem, gemäß seinem Wahlsprnche: Gedrucktes tut den Leuten not, genau so wie das liebe Brot. Zwar nimmt er eine kleine Leihgebühr für jedes Buch, aber auch diesen Gewinn benutzt er nur. um billige gute Bücher ans der Heimat für die Soldaten kommen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit spricht der Verfasser kluge Worte und Gedanken über die Wahlverwandtschaft des Judentums mit dem Deutschtum, über ihre gemeinsame sehnsüchtige Liebe zur Bomantik, die sich ganz gut mit ihrem praktischen Verstände verträgt, über die unerwiderte Liebe der Juden zur deutschen Sprache, die sie in alle Länder mitgenommen hätten. Freudig bringen sie jetzt auch Geld, Blut und Geist für Deutschlands Größe zum Opfer. Geistvoll führt der Verfasser die Parallele zwischen Judentum und Deutschtum zu Ende: Bescheiden, sparsam, ehrbar, willig im Gehorsam und im Erlernen fremder Sprache und Sitte, waren diese niedergehaltenen, zersplitterten, nur durch das Band gemeinsamer Sprache zusammengehaltenen Stämme Mitteleuropas gedrückt und gedemütigt die Jahrhunderte hindurch wie die Juden. ״Ihre Tugend für die Beherrscher Europas, für England und Frankreich, bestand darin, daß sie bescheiden und ehrbar ärmliche kleine Städte und Dörfer bewohnten und von ihnen mit freudigem Dank begierig wie afrikanische Naturkinder den Luxusabfall und Zivilisationskehrieht gegen teures Geld eintauschten14, (p. 233). Der uner-

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