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Jeschurun · 1917-03-01 · Heft 3-4 (März 1917) · page 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1917)
Issue
Heft 3-4 (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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Ein Eoman über Krieg* und Gotteserkenntnis. jg3 Fleischessen und Weintrinken. Vielmehr muß ein jeder mit der Gemeinde leiden, denn so finden wir bei Moses: Die Hände Moses wurden schwer, da brachte man ihm einen Stein, und er setzte sich darauf (Ex. XVII). Hatte man denn keinen andern Sitz für Moses als den Stein? Nein, vielmehr sagte Moses, solange mein Volk in Bedrängnis ist, gebührt mir kein andrer Sitz als der aus Stein. (Taanith, 11 a). Hier ist die Hingäbe des Einzellebens an das Allgemeinsame in tiefallegorischer, volkstümlich-bildhafter Ausdrucksweise ausgesprochen. Es ist derselbe Moses, der Volksheros, dessen Entsagungswille für sein Volk so groß ist, daß er zu Gott, der Israel wegen der Sünde des goldenen Kalbes strafen will, bittend spricht : Verzeihe ihnen, und wo nicht, dann lösche mich aus dem Buche des Lebens. Ex. XXXII 32). Soviel über die leitenden Ideen des Buches, das, wie wir sahen, auch Lesern mit jüdischen Interessen viele Anregungen bringt. Aber auch an Geschehnissen und Charakterschilde־ rungen bringt dieses von unmittelbarer Wahrheit und gehaltener Künstlerschaft erfüllte Werk uns Juden reiche Ausbeute. Höchste Anerkennung verdient es, mit welcher UnVoreingenommenheit und Leidenschaftslosigkeit dies Heldenbuch deutscher Volksverjüngung vom Anteil der Juden an diesem Hingen spricht, mit welchem Geschick der Dichter das Charakteristische dieser Anteilnahme durch viele jüdische Episoden und Charaktere ins rechte Licht zu rücken weiß. Dr. Markus, Kahn, Wolffsohn sind Typen von ungeschminkter Echtheit. Die zwei letzteren, beides vormals Größen der Berliner Hochfinanz, senden sogleich nach Kriegsausbruch ihre Söhne ins Feld. Sie fühlen sich von der Welle der Begeisterung hingerissen und für das Geschick des Vaterlandes mitverantwortlich, sie hielten es für niedrig, wenn sie, die finanziellen Führer, jetzt zurückblieben in der allgemeinen Not. Ihr stets wacher praktischer Sinn hilft ihnen rasch, dem Willen die großzügige Tat folgen zu lassen. Kahn, der frühere Kunstmäzen, jetzt ebenso begeisterter Förderer der Kriegskunst, plant die Gründung einer Kriegsbank für in Not geratene Existenzen des Mittelstandes, gründet Einkaufs- und 13

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